Posts Tagged ‘Windows 8’
Rockt Windows 8 den Tablet PC?

Bislang war der Tablet PC noch nicht der Bringer. Er wurde im letzten Jahrzehnt zwar in einer Reihe von Unternehmen eingeführt und hat dort auch wirklich gute Dienste geleistet. Alle Anwender, mit denen ich Kontakt hatte, sind von der Produktivität dieses Formfaktors begeistert. Nur der breiten Masse der Anwender ist der Tablet PC noch nicht ins Bewusstsein gedrungen. Im Gegenteil: Kürzlich veröffentlichte das Marktforschungsunternehmen Forrester eine Studie, nach der Anfang 2011 noch 46 % der Anwender in den USA, die den Kauf eines Tablet PCs in Erwägung ziehen, ein Windows-Gerät bevorzugen würden. Bereits im 3. Quartal des gleichen Jahres ist der Anteil auf 25 % gesunken.

Vor diesem Hintergrund hat das Onlinemagazin Wired sich einmal Windows 8 auf einem Tablet PC angesehen. Um das Ergebnis vorwegzunehmen: die Redaktion war aus guten Gründen begeistert. Hier die Gründe:

Windows 8 wurde von Grund auf entwickelt, um sowohl auf x86-Prozessoren als auch auf ARM ausgeführt zu werden. Wired betont dabei, dass Apps, die für die x86-Plattform entwickelt wurden, nicht auf ARM laufen werden. Das ist zwar ein eindeutiger Nachteil, aber wer Windows 8 sowohl auf einem PC als auch auf einem ARM-Tablet ausführt, wird die beiden Geräte vermutlich für unterschiedliche Aufgaben nutzen. Dabei profitiert er von der einheitlichen Oberfläche nicht nur dieser Geräte, sondern die gleiche UI findet er auch auf seinem Windows Phone.

Dass Microsoft mit dem neuen Anlauf auf dem Tablet PC relativ spät startet kann sich durchaus als Vorteil herausstellen. Microsoft hat damit den Vorteil, aus den Fehlern der Konkurrenz zu lernen und auch die Erfahrungen, die das Unternehmen mit Windows Phone gesammelt hat, in die Entwicklung des Metro-Designs einfließen lassen. Eine einheitliche Oberfläche für alle Geräte hat kein Mitbewerber – Google verfügt über kein Desktop-Betriebssystem und bei Apple sind Mac OS X und iOS sehr unterschiedlich.

Apps für Desktop, Tablet PC und Windows Phone können in HTML5 geschrieben werden. Damit können sich die Nutzer auf jedem Gerät unabhängig vom verwendeten Prozessor auf eine konsistente Bedienung verlassen.

Zumindest kurz- und mittelfristig sehe ich die Verkaufszahlen von Tablet PCs mit Windows allerdings nicht ganz so optimistisch wie Wired. Wenn Windows 8 voraussichtlich im Herbst auf den Markt kommt, wird nicht sofort ein Run auf die Regale mit den Tablet PCs ausbrechen. Erst einmal müssen die Anwender auf dem Desktop von den Vorteilen des Metro-Designs überzeugt werden. Da die meisten Lizenzen zusammen mit einem neuen PC verkauft werden, dürfte dies schon mal einige Zeit in Anspruch nehmen. Erst wenn die Anwender die Vorteile der neuen Benutzeroberfläche schätzen und anschließend ein Neukauf eines Tablets ansteht, hat Windows 8 auch eine echte Chance auf dem Tablet PC.

Windows 8 ermöglicht Anmeldung mittels Picture Password

Bislang habe ich noch nichts über die kommende Windows-Version geschrieben, da in der Developer Preview noch ziemlich unklar ist, welche Features schließlich im fertigen Produkt vorhanden sein werden. Ich wollte mich einfach nicht an den Spekulationen und den häufigen Vorverurteilungen beteiligen, die in vielen Foren bereits jetzt die Wogen hochschlagen lassen. Besonders die Einführung des Metro-Designs auf dem Desktop sorgt für heftige Diskussionen. Bitte Leute, wartet mit euren Urteilen doch, bis klar ist, was Microsoft aus den Kacheln macht und welche Funktionalitäten letztendlich hinter diesen Designelementen stecken wird. Die Kacheln in der Developer Preview dienen wohl der Prüfung der Schnittstellen von Windows 8 und werden es vermutlich nicht ins fertige Produkt schaffen. Ich meine, dass das Metro-Design durchaus das Zeug hat, Windows 8 zum Renner zu machen, wenn Microsoft es schafft, die Kacheln mit sinnvollen Funktionalitäten zu hinterlegen, die den Anwender unterstützen und ihm helfen, Zeit zu sparen, indem sie ihm Routinearbeiten abnehmen. Gelingt Microsoft das nicht, kann das gleiche Metro-Design Windows 8 aber auch zum Flop werden lassen. Warten wir ab, was die Public Beta bringt, die wir für Ende Januar erwarten können.

Nachdem Microsoft in der letzten Zeit begonnen hat, einzelne Funktionalitäten in seinem Blog “Building Windows 8″ einzelne Funktionalitäten von Windows 8 vorzustellen, können wir wohl mit Fug und Recht davon ausgehen, dass diese Features mit großer Wahrscheinlichkeit auch im endgültigen Produkt vorhanden sein werden. Aus diesem Grund habe ich mich entschlossen, jetzt damit zu beginnen, diese Funktionalitäten vorzustellen, die besonders auf dem Tablet PC hilfreich sind.

Eine Aufgabe, die auf dem Tablet PC immer etwas mühsam zu erledigen war, ist das Einloggen in Windows. Es ist nun einmal mit dem Stift oder dem Finger auf der Bildschirmtastatur nicht so einfach wie auf einer echten Tastatur, ein komplexes Passwort einzugeben. Deshalb hat Microsoft bereits für Windows XP und Windows Vista Origami veröffentlicht. Diese Software, die ich in diesem Blog bereits berschrieben habe, ermöglicht ein Login, indem vorgegebene Bilder in einer bestimmten Reihenfolge angeklickt wurden. Diese Methode ist allerdings nicht gar so sicher, weshalb Microsoft die Funktionalität in Windows 8 gründlich überarbeitet und erweitert hat.

In Untersuchungen hat Microsoft festgestellt, dass die Eingabe eines komplexen Passworts mit einer sicheren Länge, das Ziffern, Sonderzeichen sowie mit Groß- und Kleinschreibung enthält, auf einer Bildschirmtastatur bis zu 30 Sekunden in Anspruch nehmen kann. Wir können davon ausgehen, dass Tablet PCs sowie andere Geräte mit Touchoberfläche und/oder Stiftbedienung in der Zukunft weitere Verbreitung finden werden. Daher hat Microsoft nun das “Picture Password” entwickelt. Ein deutscher Name ist bislang noch nicht gefunden worden.

Um Picture Password, das in der aktuellen Developer Preview bereits vorhanden ist, nutzen zu können, müssen Sie zunächst in Ihrer Bilder-Bibliothek ein eigenes Bild ablegen. Die von Microsoft mitgelieferten Beispielbilder können Sie nicht verwenden, da Microsoft der Meinung ist, dass Sie sich besser an Ihr Passwort erinnern, wenn Sie ein eigenes Bild verwenden. Außerdem steht zu vermuten, dass viele Anwender die gleichen Gesten verwenden, wenn sie alle mit den gleichen mitgelieferten Bildern arbeiten. Sie können als Anwender also entscheiden, welches individuelle Bild Sie verwenden wollen und welche Teile des Bildes für das Passwort entscheidend sein sollen. Außerdem freuen sich viele Anwender, wenn sie ihren Rechner etwas individualisieren können. Für diesen Artikel verwende ich Bilder, die Microsoft in seinem Blog veröffentlicht hat.

Das könnte ein ganz normales Foto von der letzten Familien- oder Firmenfeier sein. Auf diesem Bild können Sie nun Ihre Gesten festlegen. Dabei stehen Ihnen drei Gestenarten zur Verfügung: Tipp, Kreis und Linie. Ob die Gestenarten diese Namen bekommen werden ist selbstverständlich derzeit noch unsicher. Ich habe hier einfach die englischen Begriffe tap, circle und line übersetzt. Die folgende Abbildung zeigt diese drei Gestenarten (beim Login werden die Gesten selbstverständlich nicht angezeigt, sondern sie wurden von Microsoft in das Bild gezeichnet).

Um die Gesten erfolgreich als Passwort auszuwerten müssen die folgenden Kriterien erfüllt sein:

  1. Die Reihenfolge der Gesten muss stimmen.
  2. Die Gesten müssen an der richtigen Stelle ausgeführt werden.
  3. Die Gesten Kreis und Linie müssen in der richtigen Richtung ausgeführt werden. Wird beispielsweise die Linie, die zwei Punkte verbindet, in der falschen Richtung gezogen, wird die Geste nicht mehr als richtig erkannt.

Die Gesten sollen auch mit der Maus ausführbar sein. Das habe ich nun nicht ausprobiert; ich kann mir  aber vorstellen, dass besonders der Kreis mit der Maus eventuell schwierig zu ziehen ist. Nach fünf fehlerhaften Versuchen in Folge wird das Picture Password deaktiviert und das Login muss über die traditionelle Bildschirmtastatur durchgeführt werden. Sollten Unternehmen Bedenken bezüglich der Sicherheit des Picture Passwords haben, können die Administratoren dieses Feature per Gruppenrichtlinie deaktivieren.

Weitere Informationen zum Picture Password und dessen Funktionsweise finden Sie im MSDN-Blog.

Samsung Series 7 Slate kann vorbestellt werden

Sie waren nicht bei der Build in Anaheim und trotzdem gefallen Ihnen die Tablet PCs, die Microsoft dort verteilt hat? Ihnen kann geholfen werden. Seit heute akzeptiert der Microsoft Store Vorbestellungen auf das Samsung Series 7 Slate. Dabei handelt es sich zwar nicht exakt um das in Anaheim verteilte Gerät, aber es kommt ihm nach Microsoft-Angaben sehr nahe.

Die Geräte sind mit einem Intel Core i5-2467M-Prozessor und 4 GB RAM ausgerüstet, außerdemb mit einem 128 GB SSD-Laufwerk, das für einen schnellen Datenzugriff sorgt. Der Bildschirm lässt sich aus einem Winkel von 170° betrachten, so dass Sie auch komfortabel Ihrem Partner oder Kollegen auf dem Gerät etwas vorführen können. Außerdem sorgen zwei Webcams (2 MP vorne, 3 MP auf der Rückseite) für gute Videoaufnahmen. Hier noch einmal die technischen Einzelheiten im Überblick:

  • 11,6 Zoll-LED-Bildschirm mit einer Aufläsung von 1366 x 768 Pixel
  • Intel Core i5-2467M-Prozessor mit 1,60 GHz
  • 4 GB DDR3-RAM
  • 128 GB SSD
  • Windows 7 Professional, für Win8 vorbereitet
  • Es handelt sich einen Slate, der Rechner hat also keine eingebaute Tastatur
  • Kein optisches Laufwerk
  • MicroSD-Laufwerk
  • Intel HD Graphics 3000 mit Shared Graphics Memory
  • 1 USB 2.0-Schnittstelle
  • Micro-HDMI
  • Kopfhörerausgang
  • Mikrophoneingang
  • Lithiumakku mit 5400 Amperestunden, ausreichend für sieben Stunden
  • 2 Kameras
  • Bluetooth
  • 29,6 cm x 18,4 cm x 1,3 cm groß
  • Gewicht: 0,89 g
  • Farbe: schwarz

Der Preis beträgt aktuell 1.299 Dollar.

    Microsoft verteilt Windows 8 auf Tablet PCs

    Microsoft hat auf der Build Konferenz in Anaheim nicht nur offiziell Windows 8 vorgestellt, sondern auch 5.000 Tablet PCs mit der Entwicklerversion von Windows 8 an die Teilnehmer verteilt. So weit sind die Informationen wohl allgemein bekannt. Jetzt hat aber der Onlinedienst ChannelPartner.de die Ausstattung der Samsung-Vorseriengeräte veröffentlicht. Sie sind mit einem 11,6 Zoll großen kapazitiven Touchscreen ausgestattet und bieten eine Auflösung von 1.366 x 768 Pixel. Angetrieben werden sie von einem 1,6 GHz schnellen Dualcore-Prozessor Core i5, der von Intel gefertigt wird. Wie zu erwarten sind die Geräte mit einem SSD-Laufwerk ausgestattet, das 64 GB fasst. Zusätzlich weisen sie sowohl auf der Vorder- als auch auf der Hinterseite jeweils eine Kamera auf und verfügen über einen Lagesensor, ein Gyroskop sowie über einen digitalen Kompass.Mit dieser Ausstattung sind Anwendungen denkbar, deren Funktionalität eigentlich nur noch durch die Fantasie der Entwickler begrenzt wird.

    Dass die Geräte mit jeder Windows-Version kommunikativer werden ist mittlerweile eine Binsenweisheit. So verfügen die von Microsoft verteilten Geräte neben WLAN und Bluetooth auch über die Möglichkeit, eine SIM-Karte einzulegen und auch über den Nahfunk NFC. Die Kommunikationsmöglichkeiten HDMI, USB und Ethernet  sowie der Steckplat für eine Micro-SD-Karte müssen wohl nicht weiter erwähnt werden.

    Das gesamte Gerät ist nur 12,9 mm dick und wiegt etwa 900 Gramm. Laut Microsoft soll eine Akkuladung eine Laufzeit von einem vollen Tag gewährleisten.

    Microsoft hat die Tablet PCs mit einem gut ausgestatteten Zubehörpaket abgegeben, das neben einer Dockingstation auch eine Bluetooth-Tastatur und einen Stylus enthält.

     

    Windows 8 – erster offizieller Download verfügbar

    Seit dem 13. September stellt Microsoft eine erste Version von Windows 8 zum Download zur Verfügung. Wie vielfach erwartet hat Microsoft auf der Build in Anaheim Tablet PCs mit der Developer Edition von Windows 8 verteilt und im Anschluss den Download offiziell freigegeben.

    Dabei handelt es sich nicht einmal um eine Betaversion, sondern um eine Preview, also um eine Vorschauversion oder anders ausgedrückt handelt es sich um irgendentwas zwischen einer Alpha- und einer Betaversion. Immerhin wurde sie aber innerhalb von nur zwei Tagen mehr als 500.000 mal heruntergeladen, was das Interesse an der nächsten Version von Windows zeigt. Alles was uns heute demonstriert wird kann sich durchaus noch ändern. Wir sollten also alles, was wir in nächster Zeit über Windows 8 hören und lesen können, sehr kritisch betrachten. Die grobe Richtung sollte aber mittlerweile klar sein. Um diesen Beitrag nicht ewig zu verlängern will ich jetzt nur einmal die meiner Meinung nach wichtigsten Neuerungen erwähnen. Eine Einschätzung, wie sinnvoll die einzelnen Neuerungen für die Anwender und Entwickler sind, werde ich derzeit noch nicht abgeben. Wie erwähnt kann sich noch alles ändern und viele Änderungen müssen erst in der Praxis getestet werden, um sie wirklich einschätzen zu können.

    Hier nun die wichtigsten Neuerungen in Stichworten:

    Steven Sinofski verglich auf der Build den Speicherverbrauch von Windows 7 und Windows 8 unmittelbar nach dem Start. Während Windows 7 noch 494 MB RAM benötigte, kam Windows 8 mit lediglich 281 MB RAM aus. Die erste Preview von Windows 7 benötigte sogar 540 MB Speicher. Bei den derzeitigen Speicherpreisen und den Speichermengen, die die 64 Bit-Versionen von Windows adressieren können, wirken diese Zahlen erst einmal nicht wirklich beeindruckend, aber immerhin stützen sie Microsofts Ankündigung, dass Windows 8 auf allen Rechnern laufen wird, auf denen bereits Windows 7 ausgeführt wird.

    Bereits vor der Build hat Microsoft die Information veröffentlicht, dass Windows 8 um bis zu 70 % schneller startet als der Vorgänger. Ob sich dieser Wert nur unter Idealbedingungen erreichen lässt oder er sich auch in der Praxis erreichen lässt, wird noch zu überprüfen sein. Wir können aber wohl davon ausgehen, dass die Hybridtechnologie, die Microsoft entwickelt hat, immer eine gewisse Verkürzung der Startzeiten mit sich bringen wird. Sicher wird es aber noch einiger Tests bedürfen, damit Nebenwirkungen dieser Technologie ausgeschlossen werden können oder damit sie zumindest bekannt sind, um unerwartete Reaktionen des Rechners einschätzen zu können.

    Die wohl auffälligste Neuerung in Windows 8 ist der Metro-Stil. Der Metro-Stil ist uns bereits von Windows Phone 7 bekannt. Auf mich wirkte er zunächst recht altbacken und erinnerte mich ziemlich an die Blöckchengrafik auf den Alpha-Workstations unter Unix vor ca. 20 Jahren. In der Praxis hat diese Darstellung sich aber als gut erwiesen und kann sich durchaus gegen die aktuellen Mitbewerber von Apple und Google behaupten. Aus diesem Grund übernehme ich derzeit auch nicht die wenig begeisterten ersten Reaktionen auf den Metro-Stil auf dem Desktop; ich halte es auch nicht für unwahrscheinlich, dass der Metro-Stil in der endgültigen Version nur auf Tablet PCs die Standard-UI bilden wird.

    Die Anwendungen sollen im Mittelpunkt stehen. Anwendungen im Metro-Stil für Windows 8 füllen den gesamten Bildschirm aus. Diese Regelung widerspricht sicher nicht nur meinem persönlichen Arbeitsstil und es bleibt abzuwarten, ob diese Neuerung sich als sinnvoll erweist oder ob Microsoft den Fehler gemacht hat, die Arbeitsweise auf einem Mobiltelefon auf den Desktop übertragen zu wollen.

    Microsoft verspricht Verbesserungen bei Leistung, Sicherheit, Datenschutz und Systemzuverlässigkeit. Kommt Ihnen diese Ankündigung auch so bekannt vor wie mir? Aber immerhin hat Microsoft dieses Versprechen auch immer mehr oder weniger eingehalten.

    Eines dürfen wir bei der Einschätzung von Windows 8 aber nicht vergessen: nur einen Tag nach der Vorstellung von Windows 8 als Client-OS stellte Microsoft auch Windows 8 Server vor. Satya Nadella, President für die Server and Tools-Gruppe bei Microsoft, teilte mit, es handle sich dabei um “eine der breitesten und tiefgreifendsten Veröffentlichungen”.

    Microsoft habe neben neuen Funktionen auch die Skalierbarkeit des Server-Betriebssystems verbessert, das die aktuelle Version Windows Server 2008 ablösen soll. “Wir haben die Art und Weise, wie man Rechenleistung, Storage und Network für unterschiedliche Anwendungs-Workloads bereitstellt, grundlegend überarbeitet”, erklärt Nadella. Unter anderem habe Windows 8 Server einige Funktionalitäten von Windows Azure geerbt. Eine tiefergehende Beschreibung der Neuigkeiten in Windows 8 Server und deren Zusammenarbeit mit den neuen Features des Client-Betriebssystems würde den Rahmen dieses Beitrags sprengen.

    Aber kommen wir zum Client-OS zurück. Das neue Feature “Secure Boot” soll Windows bereits beim Start schützen. Michael Angiulo, Corporate Vice President des Bereichs Windows Planning and Ecosystem, zeigte auf der Entwicklerkonferenz, wie das Betriebssystem den Bootvorgang abbricht, wenn versucht wird, das System mit einem infizierten USB-Stick hochzufahren. Stattdessen wurde eine Warnmeldung angezeigt, dass der Computer kompromittiert worden sei. Michael Angiulo vergaß auch nicht, auf mögliche negative Auswirkungen für die etablierten Hersteller von Anti-Virensoftware hinzuweisen. Dabei schob er ihnen den schwarzen Peter zu, indem er erwähnte, dass diese Unternehmen bereits viele Jahre lang Zeit gehabt hätten, um den Endkundenmarkt in diesem Segment zu übernehmen. Trotzdem würden jedes Jahr Millionen Rechner durch Schadsoftware infiziert. Als mögliche Reaktionen erwartet er Preissenkungen sowie den Vorwurf, Microsoft verhalte sich wettbewerbsfeindlich.

    Eine kleine Presseschau

    Während ich mich derzeit mit Kommentaren zu Microsofts kommendem Betriebssystem noch zurückhalte, haben viele Publikationen sowohl online als auch im Printbereich bereits Kommentare veröffentlicht, von denen ich eine nicht repräsentative Auswahl kurz vorstellen möchte.

    Silicon.de meint:”Windows 8fordert Nutzer und Admin gleichermaßen heraus. Es ist ein wenig ein Denkanstoß und in gewisser Weise auch ein Bruch mit der seit Jahrzehnten gewachsenen Tradition.” Und weiter: “Dennoch scheint Microsofts neu eingeschlagener Weg auch bei Mirosoft-Skeptikern mit einem gewissen Wohlwollen goutiert. Auch die Tatsache,
    dass Windows 8 vom Server bis hin zum Tablet auf jedem erdenklichen Gerät läuft,
    zeigt deutlich, dass der ab und an etwas schwerfällig wirkende Riese aus Redmond
    doch noch recht agil ist. Ob Windows 8 wirklich die angemessene Antwort auf die vielen offenen Fragen ist, die die technologischen Veränderungen und die damit zusammenhängenden neuen
    Erwartungen bei den Verbrauchern aufwerfen, wird erst die Zukunft zeigen können.”

    Linux-Magazin.de hebt eine Thema hervor, das vor allem für Entwickler interessant ist: “Unter der Haube liegt allerdings die wohl interessanteste Neuerung für Anhänger offener Standards: Neben den Klassischen C, C++, C#/.NET und Visual Basic steht jetzt erstmals HTML 5 mit CSS und Javascript gleichberechtigt als Basis für Entwickler bereit. Geht es nach dem Willen Mcrosofts, sollen Programmierer vorzugsweise in HTML 5 und den mit Windows 8 gelieferten Tools Apps für die Metro-Oberfläche schreiben. Dafür kommt mit Visual Studio Express 11 ein Werkzeug mit WYSIWYG-Funktionen.”

    ZDNet.de stellt die Unterstützung von ARM-Prozessoren sowie ein neues Entwicklerprogramm von Nvidia in den Mittelpunkt: “Windows 8 ist das erste Betriebssystem von Microsoft, das auch für die ARM-Architektur vorliegen wird. Der Konzern erhofft sich dadurch eine Zukunft am Tablet-Markt. Schon bei der Entwicklung von Vista (Codename Longhorn) soll es eine ‘LongARM’ genannte Version gegeben haben. Außerdem hatte Microsoft im vergangenen Jahr ein Lizenzabkommen mit ARM unterzeichnet, ohne zu dem Zeitpunkt Details seiner Pläne zu verraten.

    ‘Mit seiner eleganten Benutzeroberfläche und der Unterstützung von Tablets und Notebooks mit ARM-basierten Prozessoren wird Windows 8 einen wichtigen Meilenstein bei Betriebssystemen setzen’, hofft Jeff Fisher, Senior Vice President der PC Business Unit bei Nvidia. ‘Durch unser Know-how im Umfeld von ARM- und x86-Systemen und unsere Expertise im Windows-Bereich sind wir für die Unterstützung von Windows-8-Entwicklern prädestiniert.’”

    Die Computerwoche beschäftigt sich mit der Verbindung zwischen Neuheiten und Kompatibilität: Windows 8 soll der dramatischste Versionssprung seit Windows 95 werden. Die neue Plattform hat sich radikal von der altbekannten Oberfläche mit Startbutton und Taskleiste verabschiedet und nimmt stattdessen kräftig Anleihen bei Microsofts Smartphone-Betriebssystem Windows Phone. Für einzelne Anwendungen wie dem Office-Paket oder dem Internet Explorer 10 soll die alte Umgebung allerdings weiter verfügbar bleiben. Alle Programme, die unter Windows 7 laufen, lassen sich auch auf Windows 8 nutzen, erklärte Sinofsky.

    Die Macwelt macht sich mehr Gedanken um die Zukunft: “Microsoft geht offenbar davon aus, dass klassische PCs in der Zukunft nicht mehr im Fokus der Nutzer stehen. Bei der Vorstellung von Windows 8 deutet sich an, dass Touchbedienung und Geräte im Tablet-Format bald dominieren werden.”

    Computerworld.ch gibt ein Beispiel für die Verbindung zwischen Windows 8 und der Cloud: “Nichts ist lästiger als sämtliche Einstellungen neu vorzunehmen, wenn ein neuer Computer eingerichtet wird. Auf den ersten Blick wird diese Arbeit noch aufwändiger, wenn bald auch noch jede «Kachel» auf dem Windows-8-Startbildschirm abermals neu konfiguriert werden muss. Dieser Aufgabe nimmt sich in Zukunft das Betriebssystem an. Es sichert automatisch alle Einstellungen in einem geschützten Speicherbereich auf Windows Live. Dort meldet sich der Anwender nach einem Systemwechsel von seinem neuen PC aus an und bekommt die Konfiguration zurückgespielt.”