Archive for the ‘Windows’ Category
Happy Birthday, Windows

Liebes Windows,

nun wirst du 25 Jahre alt. Jetzt kannst du zusammen mit Hannes Wader singen: “Schön war die Jugend, so sorglos und frei. Gottseidank ist sie endlich vorbei und sie kommt zum Glück auch nie mehr zurück.” Auch wenn du noch jung an Jahren bist, hast du doch bereits ein ereignisreiches Leben hinter dir, das ich kurz skizzieren möchte.
Das Licht der Welt erblicktest du im Sommer 1985, als Microsoft die ersten Testversionen von Windows 1.0 auslieferte. Vielleicht weißt du gar nicht mehr, wie zerknautscht du damals aussahst.

Endgültig abgenabelt hast du dich dann allerdings erst im November 1985, als die erste endgültige Version veröffentlicht wurde. Damit hattest du auch bereits deinen ersten Wettbewerb gewonnen: Die Infoworld verlieht deinem Vater Bill Gates den “Golden Vaporware Award”. Du siehst, du hast von Anfang an für Furore gesorgt. Dementsprechend hat auch dein anderer Vater Steve Ballmer deine Geburt gefeiert:

Na ja, bei dem Preis musste man doch zuschlagen, oder? Den Europäern warst du übrigens noch deutlich mehr wert: der Listenpreis in Deutschland betrug 499 DM.

Damit warst du anfangs doch etwas gierig. Nicht nur der Kaufpreis war für den durchschnittlichen deutschen Rechnernutzer zu hoch, auch deine Anforderungen an die Hardware waren doch etwas happig. Nicht nur, dass die Festplatten nicht nur klein, sondern auch noch ein echter Luxus waren. Auch die XT-Prozessoren mit 7 Kilohertz sowie die üblichen 64 kb Arbeitsspeicher hast du ganz schön ausgereizt. Und dich von einer 5,25 Zoll-Diskette auszuführen war auch nicht wirklich der Hit. Außerdem gab es noch keine ernstzunehmenden Windows-Anwendungen. Die erste Version von Excel erschien 1987 zusammen mit Windows 2.0, zwei Jahre später folgte Word für Windows.

Erstmals wirklich ernst wurdest du im Mai 1990 genommen, als deine Version 3.0 erschien. Inzwischen hatte sich die Hardware weitgehend an deine Anforderungen angepasst. In der Regel wurden damals Rechner mit der AT-Reihe von Intel verkauft. Bei Vobis kostete ein 286er Rechner-Komplettsystem mit einer 16 Kilohertz-Taktung, 1 MB RAM, Schwarzweiß-Monitor und 9-Nadel-Drucker 2000 DM. Darauf liefst du schon recht rund. Damals setztest du noch auf dem 8-Bit-DOS auf, hattest VGA-Unterstützung, Icons, 3D-Schaltflächen und auch im eingeschränktem Maße Multitasking.

Im März 1992 warst du auf einer Schönheitsfarm und hast dich runderneuern lassen. Das Ergebnis war Windows 3.1. Hinterher liefen zwar einige für Windows 3.0 geschriebene Anwendungen nicht mehr, aber der Sinn einer Erneuerung ist es ja gerade, für die Zukunft gerüstet zu sein und weniger, die Vergangenheit zu bewahren. Wenn ich mich richtig erinnere, war das auch die Version, die in der Presse am wenigsten kritisiert wurde. Dafür hast du uns ja auch mit der Soundkartenunterstützung und mit der Unterstützung von CD-ROM-Laufwerken entschädigt. Viele Anwender werden gar nicht bemerkt haben, dass du mit dieser Version auch die ersten Schritte in die 32-Bit-Welt gewagt hast und dass auch OLE und DDE nun endlich verwendbar waren. Das du zu diesem Zeitpunkt auch mit TrueType angefangen hast, sei hier nur am Rande erwähnt. Außerdem wagtest du hier mit Windows for Workgroups auch einen ersten Schritt in die Unternehmens-IT.

Diesen Schritt hast du 1993 mit Windows NT weitergeführt, dem ersten “echten” Windows-Betriebssystem. Schließlich setztest du damit erstmals nicht mehr auf dem mittlerweile in die Jahre gekommenen DOS auf. Dadurch waren dir auch viele neue Sicherheitsfunktionalitäten möglich, vielleicht war es auch das erste Mal, dass du dich überhaupt um die Sicherheit ernsthaft gekümmert hast. Schade nur, dass dieses Thema der breiten Öffentlichkeit nicht wirklich promotet wurde. Auch die Profis nahmen deine Bemühungen anfangs nicht richtig ernst und wollten lieber auf ihrem geliebten Unix bleiben.

Ich habe nie richtig verstanden, weshalb du nicht gleich auf der DOSlosen Schiene geblieben bist. Stattdessen erschien 1995 Windows 95. Dies war vermutlich die Version traurigste Periode deines bisherigen Lebens. Ständig stürzte es ab, vermutlich um den “Blue Screen of Death” zu promoten. Plug-and-Play funktionierte nicht zuverlässig… Die Qualität von Windows 95 war für mich der Grund, auf NT umzusteigen, auch wenn es damals als relativ langsam verschrien war, was ich allerdings so nicht unterschreiben würde.

Dann bist du aber kräftig vorgeprescht. Neben mehreren Server-Betriebssystemen hast du eine ganze Reihe Serverprodukte wie Exchange und den SQL Server herausgebracht. Damit ist es dir Stück für Stück gelungen, dich weiter in der Unternehmens-IT auszubreiten.

1998 erschien deine neue Version Windows 98, das sich von Windows 95 vor allem durch ein neues Treibermodell (WDM, Windows Driver Model) unterschied, während du gleichzeitig noch das alte Treibermodell unterstütztest.

Zu dieser Zeit wurde auch das Internet bekannter und viele Anwender begannen, dieses neue Medium zu entdecken. Daher hattest du erstmals den Windows Explorer, diesmal in der Version 4.0, integriert. Auch wenn uns die Oberfläche dieser Version heute antiquiert erscheint, bist du mit deiner Version 98 mal wieder der Zeit voraus gewesen. Das glaubst du nicht? Dann verrate mir doch einmal, weshalb kaum ein Anwender deinen Active Desktop aktiviert hatte. Du weist schon: das war die Oberfläche, bei der wir eine beliebige Website als Hintergrund einstellen konnten, der wir noch aktive und frei verschiebbare Elemente hinzufügen konnten. Eigentlich ist die Antwort doch ganz einfach: Zum einen waren die meisten Rechner wieder einmal nicht stark genug für dieses Feature und zum anderen erforderte der Active Desktop eine ständige Internetverbindung. Die gab es aber noch nicht zu einem tragbaren Preis und war, wenn überhaupt, nur in Unternehmen ab einer bestimmten Größe vorhanden, in der Regel damals noch über eine Standleitung. Für den Normalanwender war das einfach nicht finanzierbar.

Zusätzlich konnten wir dich in einem “Webstil” bedienen, statt Objekte per Doppelklick zu starten, konnten wir auf diese Weise die Objekte, wie auf einer Webseite, per einfachen Klick ausführen. Damals sahst du so aus:

Ach ja, dann war da ja auch noch die erste Version von Outlook Express:

Zu Windows 98 SE und ME sage ich jetzt mal nichts, das waren ja nun wirklich Notversionen, die außer Microsoft wohl niemand benötigte. Interessant wurde es erst 2001 wieder, als Windows XP erschien. Endlich hatten auch die Privatanwender ein Windows, das ein echtes Betriebssystem war und das nicht lediglich einen grafischen Aufsatz auf MS DOS bildete. Mit seiner Stabilität, den Sicherheitsfeatures, den Multimediafähigkeiten und der Netzwerkunterstützung entwickelte es sich zum bestverkauften Windows aller Zeiten. Kein Wunder, dass zwei Jahre später der Windows Server 2003 erschien, der Server für XP, den es von der Version für kleine Office-Server bis hin zum Rechenzentrum gibt.

Im Jahr 2006 kamst du dann mit Vista auf den Markt. Diese Version von dir wurde von der Presse verrissen und die Anwender glaubten den Zeitschriften. Ich persönlich habe nur bedingtes Verständnis für das schlechte Image von Vista. OK, deine Hardwareanforderungen waren reichlich hoch, so dass es kaum eine XP-Maschine gab, auf der auch Vista lief. Vielleicht hast du auch zu viele Sicherheitsmechanismen auf einen Schlag eingeführt. Vor allem die User Account Control war unbeliebt. Vor allem unmittelbar nachdem du auf einem Rechner installiert wurdest, kam die Abfrage nach dem Admin-Passwort sehr häufig. Aber im Leben gibt es schließlich nichts umsonst, auch nicht in der IT und ganz bestimmt nicht bei der Sicherheit. Da mussten wir diese kleine Unannehmlichkeit halt in Kauf nehmen. Nach einiger Zeit kommt die Abfrage ja auch immer seltener, so dass ich zumindest damit gut leben konnte. Wirklich ärgerlich war aber, dass etliche Anwendungen, die unter XP entwickelt wurde, auf Vista nicht liefen oder zumindest angepasst werden mussten. Vor allem in Visual FoxPro entwickelte Anwendungen sahen unter Vista wirklich grausig aus und es bedurfte großer Anstrengungen der Community, um diese Anwendungen fit zu machen für Vista. Das war wirklich nicht nett von dir. Die Downgradeoption auf XP war da auch nur ein Notbehelf.

Aber immerhin hast du aus diesem Fehler gelernt und bringst in deiner neuesten Version eine virtuelle Maschine mit dem XP-Modus mit, so dass auch ältere Anwendungen ausgeführt werden können. Außerdem hast du deine Hardwareanforderungen in beeindruckender Weise zurückgefahren, so dass Windows 7 auch auf Maschinen läuft, die für Vista zu schwach waren. Ansonsten kennst du deine aktuelle Version besser als ich, so dass ich auf eine weitere Beschreibung verzichten kann.

Jetzt warten alle mehr oder weniger gespannt auf deine nächste Version. Ich werde hier nichts dazu schreiben, auch wenn trotz NDA viele Informationen an die Öffentlichkeit gelangt sind. Feier deinen 25. Geburtstag nicht zu dolle, so dass du ausreichend Energie für die Weiterentwicklung übrigbehältst.

Steve Ballmer kündigt Ankündigungen für Windows 7-Slates an

Bereits im Jahr 2001 stellte Microsoft den ersten Tablet PC vor. Leider wurden die PCs mit diesem neuen Formfaktor vom Markt nicht so angenommen wie sie es verdient hätten. Auch Microsofts Marketing ließ den Tablet PC weitgehend links liegen. Erst als in diesem Jahr Apple mit dem iPad auf den Markt kam, reagierte der Markt.

Auch Microsoft bleibt nicht untätig und will den Markt Apple und den Android-Nachbauten nicht kampflos überlassen. Auf der Keynote der Worldwide Partner Conference teilte Steve Ballmer am Montag den 14.000 Partnern mit, dass in den nächsten Monaten neue Slates mit Windows 7 auf den Markt kommen werden. Microsoft plant zusammen mit seinen PC-Partnern Asus, Dell, Samsung, Toshiba und Sony neue Tablet PCs auf den Markt zu bringen. Diese Geräte sollen eine breite Preisspanne sowie unterschiedliche Formfaktoren umfassen – mit Tastatur sowie reine Touch-Geräte – die mit digitaler Tinte arbeiten. An der Liste der PC-Hersteller ist interessant, dass Ballmer HP nicht erwähnte.

Fast ein Jahrzehnt lang passierte nur wenig. Auch wenn die Leistungsfähigkeit des iPads ansonsten enttäuscht, hat Apple es immerhin geschafft, Microsoft aus der Lethargie zu wecken, so dass dieser Formfaktor endlich einmal weiter in Richtung auf den Mittelpunkt der Entwicklung und des Marketings rückt. Aus gewöhnlich gut informierten Quellen ist zu hören, dass der Formfaktor Slate einen der Schwerpunkte bei der Entwicklung von Windows 8 bildet. Dies wird bislang noch nicht offiziell von Microsoft kommentiert, aber diese Quellen haben sich in der Vergangenheit als recht zuverlässig erwiesen. Aber Windows 8 ist ein anderes Thema.

Und wer Steve noch nicht kennen sollte, kann sich hier ein typisches Video von ihm ansehen:

Blogparade bei MSDN

Die Blogparade geht in die nächste Runde. Beim letzten Mal ging es nur darum, das Lieblings-Entwicklerprodukt zu nennen, das die Teilnehmer verwenden. Diesmal ist etwas mehr Kreativität gefragt, denn es geht darum, originelle Ideen für den Einsatz der Cloud im Allgemeinen und von Windows Azure im Speziellen vorzustellen.

Nun ist es kein Geheimnis, dass ich der Cloud kritisch gegenüberstehe. Die Anbieter stellen die Verwendung der Cloud immer als recht einfach und absolut sicher dar. Meine Erfahrung sagt mir dagegen, dass immer, wenn etwas anfangs als einfach und sicher beschrieben wird, irgendwann der Hammer kommt und Probleme und Risiken auftauchen. Aber wie gesagt – es handelt sich bei mir um Bedenken, die “aus dem Bauch” kommen und die ich nicht mit Argumenten untermauern kann.

Aber in welchen Bereichen ist die Cloud einzusetzen? Ein Einsatzbereich ist offensichtlich: Ein Unternehmen mit mehreren Niederlassungen kann von allen Standorten mit dem gleichen Datenbestand arbeiten, wenn sich die Datenbank in der Cloud befindet. Die doch mit einigem Aufwand verbundene Synchronisation der Datenbankserver entfällt.

Aber auch kleine Unternehmen können theoretisch von der Cloud profitieren. Nehmen wir als Beispiel Arztpraxen. Ja, auch das sind Unternehmen und sogar Unternehmen, die mit extrem sensiblen Daten umgehen. Dementsprechend streng sind dort auch die Vorschriften für den Datenschutz. Mir hat ein Arzt erzählt, dass die Daten in der Praxis redundand vorhanden sein müssen und dass täglich eine zusätzliche externe Datensicherung vorgenommen werden muss. Die einzige mit den Vorschriften konforme Möglichkeit besteht in einer archaisch anmutende Sicherung auf Band. Das Band nimmt der Arzt mit nach Hause. Aber bekanntlich können Vorschriften geändert werden, so dass auch eine nicht nur tägliche, sondern ständige Sicherung der Daten in der Cloud vorgenommen werden könnte.

Sind damit meine Bedenken ausgeräumt? Das nicht, aber in der Cloud sind die Daten doch auf jeden Fall sicherer als in einer Arztpraxis, die abends und am Wochenende leer steht bzw. als Daten, die der Arzt im Auto mit sich rumfährt.

Ach ja, bei der Blogparade gibt es auch etwas zu gewinnen. Unter allen Teilnehmern, die bis zum 21. 6. 10 etwas zur Cloud schreiben und auf den startenden Blogpost verlinken, werden drei Xbox 360 Elite-Pakete mit zwei Spielen verlost. Es kann sich also auszahlen, bei der Blogparade mitzumachen.

Updatemythen nüchtern betrachtet

Kay Giza, MSDN Online Team-Lead bei Microsoft Deutschland, hat in seinem Blog einen umfangreichen Artikel veröffentlicht, in dem er sich mit den meist unbegründeten Bedenken gegenüber Microsoft Update und Windows Update beschäftigt. Ich kann nur jedem empfehlen, den Link zu diesem Artikel anzuklicken und den Artikel zu lesen. Er widerlegt leicht verständlich und unterhaltsam geschrieben die meisten der immer wieder auftauchenden Bedenken gegen die automatischen Updates. Besser bekomme ich das auch nicht hin und werde hier deshalb die Inhalte auch nicht wiederholen, sondern lediglich noch einige wenige Anmerkungen anbringen:

Kay bringt den folgenden Mythos ins Spiel: Mein PC läuft danach langsamer oder unstabil! Dazu schreibt er: “Die Dienste Windows Update oder Microsoft Update und die automatische Installation der Updates und die Suche nach Updates bewirken in der Regel keine Verlangsamung Ihres Computers, da die Aktionen im Hintergrund ablaufen.” OK, “in der Regel” stimmt diese Aussage. Allerdings widerspricht diese Aussage einem Statement von Microsoft, das ich auf einer Veranstaltung gehört habe. Dort wurde ausgeführt, dass für den Fall, dass ein sicherheitskritisches Loch gefixt wird, der Hotfix sich auf das Stopfen dieses Lochs konzentriert und dass er in diesem Fall nicht optimiert ist. Die Optimierung findet in diesem Fall erst am nächsten Patchday statt. Aber sollte das wirklich ein Grund sein, keine automatischen Updates zu verwenden? Die Frage ist doch, ob es besser ist, kurzfristig mit einem halben Prozent Performanceverlust oder doch lieber mit einem potentiell unsicheren Rechner zu arbeiten. Die Antwort sollte klar sein.

Manche Sicherheitsupdates werden von Microsoft als “kritisch” eingestuft. Diese Einstufung erfolgt sicher zu Recht, wird aber von etlichen Anwendern vollkommen missverstanden. Ich weiß nicht, wie vielen Anwendern ich schon erklärt habe, dass nicht die Installation des Updates kritisch ist, sondern dass es kritisch ist, mit dem ungepatchten System weiterzuarbeiten. Eventuell könnte sich Microsoft einmal eine andere Benennung der Einstufung überlegen. Die ersten Male ist die Aufklärung des Anwenders ja noch witzig, irgendwann wird sie aber doch nervtötend. Das aber nur nebenbei.

Eigentlich gibt es nur einen Grund, die automatischen Updates (temporär) auszuschalten – immer dann wenn man mobil online geht. Was das mobile Internet angeht ist Deutschland immer noch Entwicklungsland, die Netzabdeckung beträgt aktuell je nach Anbieter zwischen 51 und 81 % der Fläche, im Durchschnitt sind es 70 % (Quelle: Bundesnetzagentur). Auf dem Land sieht es also wirklich mau aus. Wer schon einmal ein etwas umfangreicheres Update mit GPRS-Tempo heruntergeladen hat, würde sich wünschen, dass Windows erkennt, dass eine Funkverbindung vorliegt und dass das Update auf einen späteren Zeitpunkt verschoben würde, wenn wieder eine WLAN- oder Kabelverbindung vorhanden ist. Auch die Flatrates der Anbieter sind meist eher dürftig. Teilweise wird das Tempo bereits nach 200 MB auf GPRS-Tempo gedrosselt. Ein automatisches Update kann also das schnelle mobile Internet für einen ganzen Monat verbrennen.

Mit dem Tablet PC jetzt schon Anwendungen für Windows Phone 7 entwickeln

Microsoft hat eine erste CTP von Visual Studio 2010 Express for Windows Phone zum Download bereitgestellt. Im Moment steht die CTP nur in englischer Sprache zur Verfügung. Außerdem werden sich bis zum engültigen Release noch erhebliche Veränderungen ergeben, weshalb Microsoft empfiehlt, diese CTP auf einem separaten Rechner zu installieren. Mit dieser CTP ist es bereits jetzt möglich, Anwendungen für Windows Phone 7 zu erstellen und sich mit den neuen Bedingungen der Programmierung für das kommende Betriebssystem für Mobiltelefone vertraut zu machen, auch wenn noch keine Mobiltelefone verfügbar sind, auf denen die erstellten Anwendungen ausführen lassen.

Trotzdem ist es möglich, die entwickelten Anwendungen zu testen. Visual Studio 2010 Express for Windows Phone enthält einen Emulator, auf dem sich die Anwendung wie auf einem Mobiltelefon anzeigen und nutzen lässt. Wird die CTP auf einem multitouchfähigen Tablet PC installiert, lassen sich auch die Multitouchfähigkeiten von Windows Phone 7 nutzen, da die Multitouchfähigkeit des Hostrechners an den Emulator weitergegeben wird.

Allerdings müssen sich sowohl Anwender als auch Entwickler auf etliche Änderungen einstellen. Einige dieser Änderungen sind vorbehaltlos zu begrüßen, während andere doch erhebliche Zweifel aufwerfen. Hier in zufälliger Reihenfolge einige der Änderungen:

  • Windows Phone 7 unterstützt kein Multitasking mehr. Damit wird es vermutlich nicht mehr möglich sein, unterwegs Musik zu hören, während man gleichzeitig seine E-Mails bearbeitet. Während die nächste Generation des iPhones auch Mulitasking beherrscht, geht Microsoft hier leider den umgekehrten Weg. Der Sinn dieser Änderung erschließt sich mir bislang noch nicht. Die geringfügig längere Lebensdauer des Akkus gleicht den Komfortverlust meiner Meinung nach nicht aus.
  • Es wird erheblich weniger Farbe geben. Der Desktop von Windows Phone 7 ist weiße Schrift auf schwarzem Grund. Weniger bunte Farben einzusetzen macht die Oberfläche sicher besser bedienbar, aber die Farbwahl ist zumindest gewöhnungsbedürftig. Wie sinnvoll sie ist, wird erst der Einsatz in der Praxis zeigen. Auf den allerersten Blick erinnert die Farbwahl an die guten alten Zeiten und DOS und dem Norton Commander mit seiner Blöckchengrafik (na gut, diese Bemerkung ist etwas polemisch).
  • Die Kompaktversion des SQL Servers wird zumindest in der ersten Version unter Windows Phone 7 nicht laufen. Frank Prengel zeigte sich auf der Extopia kompakt aber zuversichtlich, dass nach kurzer Zeit findige Entwickler andere Lösungen für das Speichern strukturierter Daten anbieten werden. Vielleicht C-ISAM für Windows Phone?
  • Es wird nicht mehr möglich sein, “einfach so” Anwendungen zu entwickeln und anschließend zu vertreiben. Alle Anwendungen für Windows Phone 7 müssen ein Zertifikat von Microsoft erhalten und dürfen nur über den Marketplace von Microsoft vertrieben werden. Microsoft hat auch angekündigt, dass die Anwendungen vor der Veröffentlichung durch Microsoft überprüft werden. Ich hoffe nur, dass sich die Überprüfung der Anwendungen nicht auf die Einhaltung formaler Kriterien beschränkt, sondern sich auch auf die Nutzbarkeit der Anwendung erstreckt. Ich habe selbst eine Anwendung für Windows 6.5 vom Marketplace heruntergeladen, die so chaotisch geschrieben wurde, dass mir die Lust auf weitere Käufe auf dieser Plattform derzeit vergangen ist. Außerdem wäre es sicher interessant zu erfahren, welchen Anteil am Verkaufspreis Microsoft verlangt. Hoffentlich ist der Anteil geringer als bei Apple, wo für die Entwickler kaum etwas übrigbleibt.
  • Inhouse-Entwicklungen müssen nicht über den Marketplace installiert werden, sondern für Anwendungen für den eigenen Gebrauch können separate Zertifikate erworben werden. Nähere Informationen sind aber bei Microsoft derzeit noch nicht erhältlich.
  • Bislang konnten die Hersteller von Mobiltelefonen die Startseite weitgehend selbst gestalten und ihren Geräten damit ein einmaliges Aussehen geben. Dies wird unter Windows Phone 7 nur noch eingeschränkt möglich sein. Die obere Hälfte des Startbildschirms wird von Microsoft festgelegt und kann nicht verändert werden. Diese Änderung ist verständlich, da Microsoft möchte, dass die Mobiltelefone sofort als Windows-Handy erkannt werden.
  • Außerdem orientiert sich die Gestaltung der Benutzeroberfläche mehr als früher an den Piktogrammen, die uns auch sonst überall im täglichen Leben begegnen. Während ich andere Neuerungen an der Oberfläche von Windows Phone als eher gewöhnungsbedürftig empfinde, kann ich mir hier schon vorstellen, dass sie die Telefone intuitiver bedienbar macht. Die Oberfläche imitiert jetzt nicht mehr den Desktop des PCs, sondern orientiert sich stärker an den Anforderungen an Mobiltelefone.
  • Schade finde ich, dass Windows Phone 7 keine Eingabe mit dem Stift mehr unterstützt. Bereits jetzt akzeptieren einige Telefone mit Windows 6.5 mobile keine Stifteingaben. Ein Beispiel dafür ist das HTC HD2. Vielleicht liegt es ja an meinen Wurstfingern, aber in einigen Fällen liegen die Elemente so dicht beieinander, dass die Bedienung zum Glücksspiel wird. Ein Beispiel dafür ist die Aufgabenliste von Outlook Mobile. In diesen Fällen würde ich mir schon die Stifteingabe zurückwünschen.
  • Dass Entwickler keinen programmgesteuerten Zugriff auf die Hardware mehr haben werden ist für sich gesehen kein Nachteil und dient der Sicherheit.
Microsoft Multi Touch Pack steht zum Download bereit

Lange war das Multi Touch Pack nur für OEMs verfügbar, seit gestern steht es auch zum Download bereit. Es enthält verschiedene Beispielanwendungen, die die Verwendung der Multitouch-Fähigkeiten von Windows 7 demonstrieren. Eine kurze Beschreibung finden Sie auf http://www.drwindows.de/windows-news/22112-windows-7-touch-pack-fuer-alle-erhaeltlich.html.

Da die im Multi Touch Pack enthaltenen Programme lassen sich nur auf einem Rechner sinnvoll verwenden, der Multitouch unterstützt. Die Multitouch-Unterstützung wird auch bei der Installation geprüft. Unterstützt der Rechner kein Multitouch, bricht die Installation ab.

Windows 7 Super-GAU: alle Installationen laufen am 1. Juni ab!

Dr. Windows hat heute die folgende Meldung veröffentlicht:

Schock für Millionen Anwender weltweit:
Das allseits beliebte und gefeierte Windows 7 quittiert am 1. Juni 2010 seinen Dienst – denn es wurde vergessen, das Ablaufdatum des Release Candidate aus der finalen Version zu entfernen.
Zur Erinnerung: Die Vorabversion war als kostenloser Download verteilt worden. Seit 1. März fahren Systeme, auf denen der RC installiert ist, alle zwei Stunden herunter, ab 1. Juni läuft dann gar nichts mehr.
Das zyklische Herunterfahren wurde aus der finalen Version entfernt, aber das endgültige Ablaufdatum wurde schlicht übersehen.
Eine Schlamperei, die Microsoft Millionen kosten dürfte – vom Prestigeverlust ganz zu schweigen.
Das besonders Fatale an dieser katastrophalen Panne: Das Problem ist nicht mit einem Patch zu lösen, denn zum Schutz vor Crackern, welche das Ablaufdatum des RC aushebeln könnten, wurde dieses hart in den Kernel hineinkompiliert.
Microsoft muss also komplett neue Installationsmedien erstellen, und restlos alle Windows 7 Systeme weltweit müssen neu aufgesetzt werden.
Wegen der notwendigen Kernel-Anpassung werden auch alle Seriennummern von Windows 7 ungültig werden.
Wie diese an die Kunden verteilt werden sollen und wie Microsoft überprüfen möchte, welche Kunden zum Erhalt eines neuen Produktkeys berechtigt sind, ist im Augenblick völlig offen.
Wir informieren Sie, sobald es Neuigkeiten gibt.

In der Zwischenzeit hat sich die Pressestelle von Microsoft mit einer Pressemitteilung gemeldet und das Problem noch weiter erläutert. Der Fehler tritt nicht in allen Windows-Distributionen auf, sondern lediglich in den westeuropäischen Sprachen. Die Beseitigung dieser für Microsoft peinlichen Panne wird allerdings mehr Zeit als zunächst angenommen in Anspruch nehmen und wird bis Ende Mai nicht abgeschlossen sein. Microsoft wird daher allen registrierten Nutzern von Windows 7 ein Upgrade auf die japanische Version von Windows 7 zur Verfügung stellen.

Tipps und Tricks zu Windows 7 – Beschleunigen Sie die Anzeige der Vorschau auf der Taskleiste

Wenn Sie den Stift über die Schaltflächen auf der Taskleiste von Windows 7 halten, zeigt Windows Ihnen kleine Vorschaubilder der geöffneten Fenster der entsprechenden Anwendung an. Es ist aber nicht ganz einfach, den Stift lange genug genau ruhig zu halten, ohne ihn auf die Oberfläche aufzusetzen, bis die Vorschau angezeigt wird. Besonders beim Tablet PC ist es daher sinnvoll, die Zeitspanne zu verkürzen, die vergeht, bis die Vorschau angezeigt wird.

Für diesen Tipp ist es erforderlich, die Registry von Windows 7 zu ändern. Da dies immer eine “Operation am offenen Herzen” ist, sollten Sie auf jeden Fall vorher einen Wiederherstellungspunkt erstellen. Wenn Sie nicht wissen, wie Sie einen Wiederherstellungspunkt erstellen, finden Sie bei den Kollegen von Netzwerktotal.de eine hervorragende Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Nchdem Sie den Wiederherstellungspunkt erstellt haben tippen Sie auf die Start-Schaltfläche in der Taskleiste oder wenn Sie mit einer Tastatur arbeiten betätigen Sie die Windows-Taste. Geben Sie in das Suchfeld regedit ein, gefolgt von der Entertaste. Damit rufen sie den Registrierungseditor auf. Navigieren Sie zum Schlüssel HKEY_CURRENT_USER\Control Panel\Mouse. Tippen Sie doppelt auf MouseHoverTime. Sie werden feststellen, dass als Standardwert 400 eingetragen ist, was bedeutet, dass die Vorschaufenster nach 400 Millisekunden angezeigt werden. Ändern Sie diesen Wert auf einen sinnvollen Wert. Ich meine, dass 200 Millisekunden eine gute Einstellung sind. Nachdem Sie ihren Wert eingetragen haben tippen Sie auf OK. Nach einem Neustart des Rechners werden Ihnen die Vorschaufenster schneller angezeigt.

Tipps und Tricks zu Windows 7 – Schützen Sie Ihre Suchvorgänge vor fremden Augen

Für diesen Tipp benötigen Sie den Editor für lokale Gruppenrichtlinien, der nur in Windows 7 Professional oder höher enthalten ist. Wenn Sie mit Windows 7 Home Premium, Starter oder Home Basic arbeiten, funktioniert der Tipp nicht.

Wenn Sie Ihren PC mit dem Windows Explorer durchsuchen, werden Ihnen die letzten Suchvorgänge angezeigt, die Sie ausgeführt haben. Wenn Sie Ihren PC mit anderen Personen teilen, wollen Sie eventuell nicht, dass diese sehen können, nach was Sie gesucht haben. Auch an diesen Fall hat Microsoft gedacht und die Möglichkeit eingebaut, die Anzeige der letzten Suchvorgänge abzuschalten. Dafür sind die folgenden Schritte erforderlich:

  1. Melden Sie sich als Administrator an.
  2. In der Suchbox des Startmenüs geben Sie GPEDIT.MSC ein und betätigen Sie die Eingabetaste, um den Editor für lokale Gruppenrichtlinien aufzurufen.
  3. Wechseln Sie zu Benutzerkonfiguration –> Adminstrative Vorlagen –> Windows-Komponenten –> Windows Explorer.
  4. Wechseln Sie zum Tab Standard.
  5. Tippen Sie in der Liste im rechten Fenster doppelt auf den Eintrag “Anzeige der letzten Sucheinträge im Windows-Explorer-Suchfeld deaktivieren” (ja, da hat Microsoft den Windows Explorer einmal mit einem Bindestrich versehen).
  6. Tippen Sie auf den Radiobutton “Aktiviert”. Diese Bezeichnung ist etwas verwirrend, aber Sie aktivieren die Deaktivierung der Anzeige der letzten Suchvorgänge. Die Usability lässt grüßen.
  7. Tippen Sie auf Übernehmen und anschließend auf OK und schließen Sie den Editor für lokale Gruppenrichtlinien.
Tipps und Tricks zu Windows 7 – Mit Checkboxen mehrere Dateien auswählen

Als stolzer Besitzer eines Tablet PC kennen Sie das ja: wenn Sie im Windows Explorer den Stift über eine Datei halten, erscheint links vom Dateinamen eine Checkbox, mit deren Hilfe Sie problemlos mehrere Dateien markieren können, um sie anschließend gemeinsam zu löschen, zu verschieben oder zu kopieren. Auf Ihrem stationären Rechner müssen Sie immer mit zwei Händen arbeiten – mit einer Hand halten Sie die Taste Strg gedrückt, während Sie mit der anderen Hand die Maus führen und die Dateien anklicken, die Sie gemeinsam bearbeiten wollen.

Sie können diese komfortable Bearbeitungsmöglichkeit aber nicht nur auf dem Tablet PC einsetzen, sondern Sie können sie auch auf dem Desktop oder Notebook einstellen. Rufen Sie dafür den Windows Explorer auf (dies geschieht auf einfache Weise mit der Tastenkombination Windows + E). Klicken Sie auf Organisieren und wählen Sie im Menü den Eintrag Ordner- und Suchoptionen. Wechseln Sie zum Tab Ansicht und scrollen Sie in der Liste Erweiterte Einstellungen nach unten bis zum Eintrag “Kontzollkästchen zur Auswahl von Elementen verwenden” und aktivieren Sie diese. Klicken Sie auf Übernehmen und anschließend auf OK.

Wenn Sie den Mauszeiger in Zukunft im Windows Explorer über eine Datei ziehen, erscheint links neben dem Dateinamen ein Kästchen, das Sie anklicken, um die Datei zu markieren. Die angeklickte Checkbox wird angezeigt, auch wenn Sie die Maus an eine andere Stelle verschieben. Wenn Sie die Markierung durch einen zweiten Mausklick entfernen und die Maus an eine andere Stelle verschieben, verschwindet die Checkbox wieder.