Kay Giza, MSDN Online Team-Lead bei Microsoft Deutschland, hat in seinem Blog einen umfangreichen Artikel veröffentlicht, in dem er sich mit den meist unbegründeten Bedenken gegenüber Microsoft Update und Windows Update beschäftigt. Ich kann nur jedem empfehlen, den Link zu diesem Artikel anzuklicken und den Artikel zu lesen. Er widerlegt leicht verständlich und unterhaltsam geschrieben die meisten der immer wieder auftauchenden Bedenken gegen die automatischen Updates. Besser bekomme ich das auch nicht hin und werde hier deshalb die Inhalte auch nicht wiederholen, sondern lediglich noch einige wenige Anmerkungen anbringen:
Kay bringt den folgenden Mythos ins Spiel: Mein PC läuft danach langsamer oder unstabil! Dazu schreibt er: “Die Dienste Windows Update oder Microsoft Update und die automatische Installation der Updates und die Suche nach Updates bewirken in der Regel keine Verlangsamung Ihres Computers, da die Aktionen im Hintergrund ablaufen.” OK, “in der Regel” stimmt diese Aussage. Allerdings widerspricht diese Aussage einem Statement von Microsoft, das ich auf einer Veranstaltung gehört habe. Dort wurde ausgeführt, dass für den Fall, dass ein sicherheitskritisches Loch gefixt wird, der Hotfix sich auf das Stopfen dieses Lochs konzentriert und dass er in diesem Fall nicht optimiert ist. Die Optimierung findet in diesem Fall erst am nächsten Patchday statt. Aber sollte das wirklich ein Grund sein, keine automatischen Updates zu verwenden? Die Frage ist doch, ob es besser ist, kurzfristig mit einem halben Prozent Performanceverlust oder doch lieber mit einem potentiell unsicheren Rechner zu arbeiten. Die Antwort sollte klar sein.
Manche Sicherheitsupdates werden von Microsoft als “kritisch” eingestuft. Diese Einstufung erfolgt sicher zu Recht, wird aber von etlichen Anwendern vollkommen missverstanden. Ich weiß nicht, wie vielen Anwendern ich schon erklärt habe, dass nicht die Installation des Updates kritisch ist, sondern dass es kritisch ist, mit dem ungepatchten System weiterzuarbeiten. Eventuell könnte sich Microsoft einmal eine andere Benennung der Einstufung überlegen. Die ersten Male ist die Aufklärung des Anwenders ja noch witzig, irgendwann wird sie aber doch nervtötend. Das aber nur nebenbei.
Eigentlich gibt es nur einen Grund, die automatischen Updates (temporär) auszuschalten – immer dann wenn man mobil online geht. Was das mobile Internet angeht ist Deutschland immer noch Entwicklungsland, die Netzabdeckung beträgt aktuell je nach Anbieter zwischen 51 und 81 % der Fläche, im Durchschnitt sind es 70 % (Quelle: Bundesnetzagentur). Auf dem Land sieht es also wirklich mau aus. Wer schon einmal ein etwas umfangreicheres Update mit GPRS-Tempo heruntergeladen hat, würde sich wünschen, dass Windows erkennt, dass eine Funkverbindung vorliegt und dass das Update auf einen späteren Zeitpunkt verschoben würde, wenn wieder eine WLAN- oder Kabelverbindung vorhanden ist. Auch die Flatrates der Anbieter sind meist eher dürftig. Teilweise wird das Tempo bereits nach 200 MB auf GPRS-Tempo gedrosselt. Ein automatisches Update kann also das schnelle mobile Internet für einen ganzen Monat verbrennen.


