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Weshalb die Tablet PCs (noch) nicht der Mainstream sind

Im März 2007 veröffentlichte die PC World einen Artikel mit dem Titel “Why Tablet PCs Haven’t Gone Mainstrem”. Der Autor des Artikels, Matt Hamblen, stand dabei der Tablet PC-Technologie durchaus nicht ablehnend gegenüber und suchte nach Gründen, weshalb die Verkäufe hinter den Erwartungen zurückblieben. Ich meine, es ist an der Zeit, zu überprüfen, ob die Gründe heute noch zutreffen.

Wie war die Situation vor gut zwei Jahren? Die Tablet PCs wurden zwar von einer zunehmenden Zahl Anwendern eingesetzt, hatten aber unter den Verkäufen mobiler Rechner einen Marktanteil von weniger als zwei Prozent. Dieser Anteil hat sich zwar in den letzten Jahren etwas erhöht, er dürfte aber nach wie vor bei maximal 5 % liegen (im Jahr 2006 wurden erstmals eine Million Tablet PCs verkauft). Das ist eigentlich schade, da die neue Form der Tablet PCs ganz neue Einsatzgebiete für die IT anbietet.

Welche Gründe führt die PC World für die geringen Verkäufe an und wie sieht die Situation heute aus?

1. Der Preis ist zu hoch.

Dieser Grund ist auch heute noch gültig – eventuell heute mehr als früher. Eigentlich müsste der Preisunterschied mit wachsendem Marktanteil der tablet PCs ja geringer werden. Aber mit dem Erscheinen der Netbooks kamen die traditionellen Laptops und Notebooks unter Preisdruck. Da einige Hersteller nun auch Tablet PCs als Net-Tablets planen, dürften sich die Preise aber wieder angleichen. Voraussetzung dafür ist aber, dass sich die Net-Tablets bewähren und die Atom-Prozessoren in der Lage sind, die Handschrifterkennung in ausreichender Geschwindigkeit und Exaktheit durchzuführen. Zusätzlich hängt der Preis auch von den Preisen für die Digitizer ab, die erforderlich sind, um die Eingaben mit dem Stift in Daten umzuwandeln, die das Betriebssystem verarbeiten. kann. Da besonders im Jahr 2008 auch viele Laptops mit Tablet PC-Funktionalitäten erschienen sind, bei denen sich das Display drehen und das Gerät wie ein Tablet PC verwenden lässt, dürften die Preise auch allein aufgrund der höheren Produktionszahlen der Digitizer fallen.

Trotz des höheren Preises für Tablet PCs haben diese Geräte in einigen Geschäftsfeldern bereits ihren Platz gefunden. Dies sind größtenteils Anwendungen, in denen Formulare ausgefüllt oder handschriftliche Notizen erfasst werden. Beispiele für diese Anwendungsgebiete sind medizinische Berufe, Marktforschungsunternehmen, Versicherungsvertreter und andere Vertreter. Besonders in den USA verbreiten sich Tablet PCs auch an Highschools und an Universitäten. Dort werden die Geräte aber häufig auf von den Herstellern gesponsert. Warten wir es ab.

2. Die Touch- und Stiftfunktionalität wurde nicht angenommen.

Die Eingabe von Texten mit dem Stift oder dem Finger ist bislang noch nicht im Mainstream angekommen. Hier wiederholt sich wohl die Geschichte. Als der PC in den 80er Jahren des letzen Jahrhunderts begann, hatten viele Menschen Angst vor der ungewohnten Eingabe mit der Tastatur. Inzwischen haben wir uns 30 Jahre lang an die Tastatur gewöhnt, viele Menschen können sich nicht vorstellen, dass der Rechner die Handschrift korrekt erkennen kann und haben Angst vor der neuen Eingabetechnik. Ich weiß nicht, wie viele Menschen die Handschrifterkennung bereits mit meinem Tablet PC ausprobiert haben. Allerdings war keiner von der Erkennungsgenauigkeit enttäuscht. Tatsächlich ist die Handschrifterkennung in der Regel so gut, dass sie auch handschriftliche Eingabe richtig erkennt, die das menschliche Auge nicht mehr auswerten kann. Lediglich bei Fremdwörtern hat die Handschrifterkennung ihre Probleme, da nicht nur das Aussehen der digitalen Tinte ausgewertet wird, sondern die Handschrifterkennung bedient sich auch eines Wörterbuchs. Und seien wir mal ehrlich: wenn Sie kein Chemiker sind, haben Sie auch Probleme, die Namen irgendwelcher Chemikalien zu erkennen. Dieses Problem sollte sich aber spätestens mit Windows 7 erledigen. Windows 7 bietet die Möglichkeit, eigene Wörterbücher zu erstellen und damit von Anfang an eine gute Erkennung von Eigennamen und Fremdwörtern zu gewährleisten.

3. Die Handschrifteingabe erlangsamt die Verarbeitung.

OK, die Texteingabe mit dem Stift ist langsamer als mit der Tastatur. Ist die Handschrift zusätzlich sehr undeutlich und/oder enthält der Text viele Fremdwörter und/oder Eigennamen, ist es kein reines Vergnügen, mit dem Tablet PC zu arbeiten. Unter Windows XP Tablet PC Edition und Windows Vista enthielt die Titelleiste des Tablet Input Panel (TIP)noch eine Schaltfläche, mit deren Hilfe zur Einzelzeicheneingabe gewechselt werden konnte. Diese Möglichkeit ist unter Windows 7 leider im Menü des TIP versteckt, wodurch das Umschalten weiter verlangsamt wird. Andererseits ist das Handschriften-Lernprogramm in Windows 7 lokalisiert, so dass auch ungewöhnliche Handschriften besser erkannt werden können. Insgesamt rechnet sich daher die Verwendung eines Tablet PCs in allen Fällen, in denen Daten bislang zunächst auf Papier gesammelt und anschließend in die IT übertragen wurden.

4. Vor Vista benötigte der Tablet PC die Windows XP Tablet PC Edition, also ein spezielles Betriebssystem.

Das ist unter Windows Vista und Windows 7 nicht mehr erforderlich, da die Grundprodukte bereits alle Tablet PC-Funktionalitäten enthalten.

5. Die Form der Tablet PCs wurde verbessert, aber nicht ausreichend.

Vor zwei Jahren experimentierten diverse Hersteller mit unterschiedlichen Größen von Tablet PCs. Nachdem ursprünglich nur Geräte mit einem 12 Zoll-Widescreen hergestellt wurden, versuchten die Hersteller ihr Glück mit 14 Zoll-Geräten oder auch mit Minigeräten wie dem OQO, einem Vista-Rechner im Organizerformat. Die einen Geräte erwiesen sich als zu sperrig, zu schwer und zu energiehungrig, der OQO kam über einige Achtungserfolge als Statussymbol nicht wirklich hinaus.

6. Tablet PC-Software für stiftfähige und Touchanwendungen war bis vor kurzem nicht effektiv.

Hier sehe ich das Hauptproblem. Die Bedienung eines Tablet PCs mit dem Stift erfordert in den meisten Fällen eine anders gestaltete Benutzeroberfläche als die traditionelle Bedienung einer Anwendung mit Maus und Tastatur. Es gibt zwar sehr gut gestaltete Einzellösungen, die ein sehr komfortables Arbeiten mit dem Tablet PC ermöglichen, was aber fehlt, ist eine Norm, die es den Anwendern ermöglicht, sich auch in einer neuen Anwendung sofort heimisch zu fühlen. Für traditionelle Anwendungen ist dieses Kriterium erfüllt, da sich alle Windows-Anwendungen auf ähnliche Weise steuern lassen. Außerdem fehlt bislang noch eine Technologie, die es ermöglicht, Tablet PC-Anwendungen sowohl mit dem Stift wie auch mit einer angeschlossenen Tastatur komfortabel zu bedienen.

Microsoft Research hat bereits vor längerer Zeit das InkSeine-Projekt aus der Taufe gehoben, dessen Ziel es ist, eine neue Benutzeroberfläche für Rechner mit Stiftbedienung zu entwickeln. Auch wenn in diesem Projekt bereits viele gute Ansätze vorhanden sind, wird noch viel Forschungsarbeit erforderlich sein, bis eine wirklich runde Oberfläche entwickelt sein wird.

7. Die Hersteller der Tablet PCs haben weitgehend versäumt, die Geräte den Endanwendern anzubieten und haben sich stattdessen auf vertikale Märkte im Business-Segment konzentriert.

Der IDC-Analyst Richard Shim sagt dazu: “Es wäre hilfreich, wenn die Hersteller die Consumer ansprechen würden.” Der Wert der Stiftbedienung und des Touchscreens muss sowohl den Endanwendern als auch den Geschäftskunden nahegebracht werden. Ich bin überzeugt, dass es hilfreich wäre, wenn die Hersteller einmal Geld in die Hand nehmen und Tablet PCs in den Elektronikmärkten platzieren würden. Das würde dem Tablet PC vermutlich zum Durchbruch im Markt verhelfen.

Fujitsu-Siemens stellt das Lifebook T1010 vor

Mit dem Lifebook T1010 stellt Fujitsu-Siemens mal wieder ein neues Notebook vor, dessen Display sich in den Slatemodus drehen lässt. Das berührungsempfindliche Display hat eine maximale Auflösung von 1280×800 Pixel und lässt sich wahlweise mit den Fingern wie auch mit dem Stift bedienen.

Das mit ein oder zwei Gigabyte DDR 3 RAM ausgestattete Gerät wird wahlweise durch einen Intel Centrino M585 mit 2,16 GHz oder einem Intel Core 2 Duo P8400 Prozessor mit 2,26 GHz angetrieben. Die Festplatten sind zwischen 120 und 320 GByte groß. Beim Betriebssystem kann der Käufer zwischen Windows XP Tablet PC Edition 2005, Windows Vista Business und Windows Vista Home Premium wählen.

Mit einem Gewicht von immerhin 2,3 kg ist der Rechner für den Betrieb im Laufen nur bedingt geeignet, da bei diesem Gewicht der Arm doch recht schnell lahm wird.

Nach meiner Meinung wäre es sinnvoller gewesen, das Mainboard hinter dem Display zu platzieren und die Tastatur abnehmbar anzubringen. So ließen sich bestimmt 700 g Gewicht einsparen und das Gerät wäre für mobile Aufgaben besser geeignet, beispielsweise bei einer Inventur, bei der der Anwender ständig seinen Standort wechselt. In der jetzigen Ausstattung ist die Tablet PC-Funktionalität aufgrund des Gewichts eher für handschriftliche Notizen geeignet, bei denen der Anwender an einem Tisch sitzt. Dieses Manko haben aber alle Notebooks mit zusätzlicher Tablet PC-Ausstattung.

Das Lifebook T1010 ist ab etwa 1.200 Euro erhältlich.

Eine kurze Geschichte des Tablet PC – der GRiDPad (1989)

Der GRIDPad

DAS INTERNET LÜGT!!! Wie ich jetzt darauf komme? Ganz einfach. Ich habe mir verschiedene Quellen angesehen, die recht unterschiedliche Erscheinungsdaten für den GRiDPad angeben. Von 1989 bis 1992 waren alle Jahre vertreten. Ich habe mich entschieden, als Jahresangabe 1989 zu verwenden, nicht nur, weil es das früheste Jahr ist, sondern auch, weil ich diese Angabe im Buch Building Tablet PC Applications von Rob Jarrett und Philip Su, erschienen bei Microsoft Press, gefunden habe. Und da ich davon ausgehe, dass Microsoft Press die Angaben in den Büchern überprüft, denke ich mir, dass diese Angabe vermutlich korrekt ist. Außerdem wird diese Jahresangabe auch in einem Artikel des The Economist verwendet, in dem die Leistung des “Vaters” des GRIDPad, Jeff Hawkins, gewürdigt wird.

Zu jener Zeit war das von der Firma GRiD Computing entwickelte Gerät wirklich revolutionär. Nicht nur, weil es der erste mit einem Stift bedienbare Computer war. Zusätzlich war er mit 9″ x 12″ x 1,4″ (etwa 22,9 x 30,5 x 3,5 cm) der zu dieser Zeit flachste tragbare Rechner. Die wahre Revolution war aber, dass er mit knapp 2,5 kg der leichteste mobile Rechner seiner Zeit war.

Der GRiDPad wurde standardmäßig ohne Tastatur ausgeliefert. Es war aber auch damals bereits möglich, eine Tastatur anzuschließen. Er verfügte über einen 10 Zoll-LCD-Bildschirm mit einer CGA-Auflösung von 640 x 400. Als Prozessor kam ein 10 Mhz Intel 80C86 zum Einsatz. Ohne Software kostete der GRIDPad etwa 2.400 Dollar.

Das Betriebssystem war MS DOS 3.3 und Anwendungen für den GRiDPad wurden in GRiDTask geschrieben, einem RAD-Framework, das speziell für dieses Gerät entwickelt wurde. Die Entwicklung von GRiDPad und GRiDTask wurde von Jeff Hawkins geleitet, der im weiteren Verlauf eine immer wichtigere Rolle in der Welt der stiftbasierten IT spielen sollte.

Leider waren die Verkaufszahlen des GRiDPad enttäuschend und er geriet mit der Zeit in Vergessenheit.

Eine kurze Geschichte des Tablet PC – Der Rand Tablet (1956)

Der Tablet PC wie wir ihn heute kennen ist nicht aus dem luftleeren Raum heraus entstanden, sondern er ist das Ergebnis einer langen Reihe von Versuchen, den Umgang mit dem Computer so natürlich wie möglich zu gestalten. Auch wenn diesen Versuchen kein kommerzieller Erfolg beschieden war, bilden sie doch die Grundlage für den heutigen Tablet PC. Viele Versuche, bei denen große Summen verbrannt und in die große Hoffnungen gesetzt wurden, sind heute weitghend vergessen. Trotzdem markieren sie wichtige Meilensteine in der Entwicklung der stiftbasierten Informationstechnologie. Weshalb ich diese alten Geräte beschreibe? Ich meine, dass es immer hilfreich ist, sich auch an die Vergangenheit zu erinnern und die Lektionen der Geschichte zu lernen, damit wir die Entwicklungen einschätzen können, die uns in die Zukunft führen (wollen).

Als absoluten Urahnen des Tablet PC können wir wohl den Rand Tablet betrachten. Selbstverständlich war der Rand Tablet noch nicht mobil, sondern es handelte sich um ein Eingabegerät für stationäre Rechner. Wir können den Rand Tablet als erstes digitales graphisches Gerät betrachten. Für die damalige Zeit war er relativ preiswert. Dabei war er in der Lage, auf einer aktiven Fläche von 10″ x 10 ” (25,4 cm x 25,4 cm) zwischen 10^6 unterschiedlichen Stiftpositionen zu unterscheiden.

Der Rand Tablet wurde von 1956 bis 1963 durch die Fa. Rand Corporation mit Sitz in Santa Monica, Kalifornien, entwickelt und war Teil eines größeren Projekts für die Erforschung der Verbesserung der Kommunikation zwischen Mensch und Maschine. Die Forschungsarbeiten wurden vom amerikanischen Militär im Rahmen des ARPA-Projekts finanziert, aus dem später auch das ARPA Net und darauf aufbauend das Internet entstand.

Leider habe ich keine Fotos des Rand Tablet gefunden, die ich verwenden darf. Daher kann ich Ihnen diesen Urahnen des Tablet PC leider nicht zeigen. Auch über Preise sind heute keine Informationen mehr verfügbar, genau wie über das Entwicklungsteam.