Ignite 2018: Microsoft erleichtert Entwicklung digitaler Zwillinge sowie sicherer IoT

Microsoft zeigt auf der Ignite 2018 in Orlando/Florida, wie Unternehmen mit künstlicher Intelligenz (KI), dem Internet der Dinge (IoT) und Edge Computing ihr Geschäft sicher und effizient digitalisieren können. Microsoft hat in diesem Rahmen neue Dienste sowie Updates bestehender Services auf Basis von Microsoft Azure sowie Neuerungen für SQL Server 2019 und Windows Server 2019 vorgestellt. Microsoft investiert zudem 40 Millionen US-Dollar in die Entwicklung von KI für den Katastrophenschutz und den Schutz von Kindern und Flüchtlingen. Gemeinsam mit Adobe und SAP hat Microsoft die Open Data Initiative gestartet, die den Datenaustausch über unterschiedliche Plattformen erleichtert. Die wichtigsten News im Überblick:

Azure Digital Twins ist ein neuer Azure IoT Service. Mit Azure Digital Twins können Unternehmen digitale Modelle von physischen Umgebungen erstellen und so den Betrieb von IoT-Anwendungen simulieren. Sie profitieren von den Vorteilen der Azure Cloud-Plattform, wie globale Skalierbarkeit, Zuverlässigkeit, Datenschutz und Datensicherheit. Die Erstellung digitaler Zwillinge von Schulen, Krankenhäusern, Banken, Straßen, Parkhäusern und vielem mehr ermöglicht die Verbesserung von Prozessen und die Schonung von Ressourcen, zum Beispiel indem Wartungszyklen besser vorhergesagt werden können. Kunden erhalten umfassendere Erkenntnisse darüber, wie Einrichtungen und Infrastrukturen wirklich genutzt werden, indem sie physische Umgebungen erst modellieren und dann Geräte mit diesen Modellen vernetzen. thyssenkrupp Elevator setzt für seinen Testturm in Rottweil Willow Twin ein, ein virtuelles Modell des Gebäudes. thyssenkrupp kann den Turm so noch effizienter warten und das Erlebnis für Besucher und Nutzer kontinuierlich verbessern. Willow Twin basiert auf Microsoft Azure Diensten, darunter Digital Twins. Azure Digital Twins ist ab Mitte Oktober 2018 als Public Preview verfügbar.

Azure IoT Central ist eine vollständig verwaltete SaaS-Lösung, mit der Unternehmen IoT-Ressourcen einfach vernetzen, überwachen und verwalten können. Azure IoT Central ist ab sofort allgemein verfügbar.

Azure Data Box bietet eine Kapazität von 100 Terabyte (TB) und eine zuverlässige, manipulationssichere Methode zur schnellen und einfachen Übertragung von Daten in die Cloud. Das Gerät ist ab sofort verfügbar. Azure Data Box Edge gehört zur Azure-Data-Box-Familie und unterstützt Unternehmen bei der Analyse, Verarbeitung und Übermittlung von Daten in die Cloud und zurück.

Die Azure Sphere Developer Kits sind ab sofort verfügbar. Azure Sphere ermöglicht es Herstellern, sichere, mit dem Internet verbundene Geräte auf Basis von Mikrocontrollern (MCU) für Smart-Home- sowie Industrie-4.0-Anwendungen zu bauen. MCUs übernehmen die Steuerung von Geräten und bringen Rechen- und Speicherkapazität sowie Softwarefunktionen direkt auf das Gerät. Mehr als 9 Milliarden dieser MCUs werden jährlich in Geräte eingebaut. Azure Sphere basiert auf drei Komponenten: MCUs mit integrierter Microsoft Sicherheitstechnologie und Konnektivität, das Betriebssystem Azure Sphere OS mit mehrschichtigen Sicherheitsfunktionen sowie der schlüsselfertige Cloud-Dienst Azure Sphere Security Service für die sichere Kommunikation von Gerät zu Gerät und vom Gerät in die Cloud und zurück. 
Mit Azure Confidential Computing ermöglicht Microsoft als erster Anbieter die Verarbeitung von verschlüsselten Daten in Public-Cloud-Diensten. Die Preview soll ab Anfang Oktober 2018 auf den neuen Azure Virtual Machines der DC-Serie verfügbar sein. Vom Kunden verschlüsselte, sensible Daten können zum Beispiel für Machine-Learning-Analysen verwendet werden, ohne dass diese für die Verarbeitung entschlüsselt werden müssen. Das macht die Bearbeitung sicherer und reduziert Risiken von Datendiebstahl oder Hackerangriffen.

Cybersicherheit bleibt zentrale Herausforderung des digitalen Zeitalters

Mit Azure Sphere und weiteren Neuerungen etwa zum passwortlosen Anmelden über die Microsoft Authenticator App oder die in Microsoft 365 integrierte Microsoft Threat Protection, die ab sofort den Schutz über E-Mails, PCs, Identitäten und Infrastrukturen in einer einzelnen End-to-End-Lösung vereint, bekräftigt Microsoft sein Commitment für sichere Cloud- und IoT-Anwendungen. Microsoft investiert jährlich rund eine Milliarde US-Dollar in Cyber-Security. Datensicherheit, Datenschutz, Transparenz und Compliance haben bei Microsoft oberste Priorität inklusive Engagement in weltweiten Initiativen, wie dem Cybersecurity Tech Accord: Ihre Mitglieder setzen sich für den weltweiten Schutz vor Cyber-Kriminalität ein und arbeiten gemeinsam daran, dass Internet noch sicherer und stabiler zu machen. Seit ihrer Gründung im April 2018 hat sich die Größe der Gruppe fast verdoppelt: Es sind 27 neue Unternehmen dazugekommen, darunter Panasonic, Swisscom und Rockwell Automation. Heute gehören bereits 61 globale Unternehmen zum Tech Accord.

Neues Investment für die Entwicklung von künstlicher Intelligenz

Im Rahmen der im Juli 2017 gestarteten Initiative AI for Good hat Microsoft ein weiteres Investment mit einem Umfang von 40 Millionen US-Dollar (rund 34 Millionen Euro) angekündigt. Mit dem auf fünf Jahre angelegten Programm fördert Microsoft gezielt die Entwicklung von KI-Technologien für den Katastrophenschutz sowie den Schutz von Kindern und Flüchtlingen. Dafür unterstützt Microsoft nichtstaatliche Hilfsorganisationen mit Spenden, Investitionen in Technologien und dem Austausch von Know-how.

Open Data Initiative ermöglicht plattformübergreifenden Datenaustausch

Die gemeinsame Open Data Initiative von Microsoft, SAP und Adobe erleichtert Unternehmen den Datenaustausch über unterschiedliche Plattformen hinweg und bietet Kunden die Möglichkeit, einen größeren Mehrwert aus ihren Daten zu generieren. Die Basis der Initiative bilden die folgenden drei Prinzipien:

  • Alle Unternehmen behalten die vollständige Kontrolle über ihre Daten.
  • Kunden können auf der Basis dieser Daten KI-getriebene Geschäftsprozesse modellieren, um Erkenntnisse aus den Daten ableiten zu können.
  • Durch das Partnermodell der Initiative ist es möglich, die Lösung über offene Datenmodelle zu erweitern.
  • Die Initiative steht auch anderen Unternehmen offen. Coca-Cola, Unilever und Walmart haben bereits angekündigt, die Initiative zu unterstützen.

Verbesserte Analysen mit Microsoft Azure und SQL Server 2019

Das Update von Azure Machine Learning hilft Data Scientists und Entwicklern, KI-Modelle schneller als bisher zu erstellen und zu trainieren, um sie dann in Cloud- und Edge-Szenarien einzusetzen.

Der ab sofort verfügbare Cognitive Speech Service bündelt mehrere mit künstlicher Intelligenz angereicherte Funktionen in einem einzigen Dienst: verbesserte Modelle für die Spracherkennung, Funktionen für Übersetzung und die Möglichkeit, Modelle so anzupassen, dass sie mit einer individuellen Stimme sprechen.

Die Preview von SQL Server 2019 bietet neue Funktionen für die Verarbeitung von großen Datenmengen – mit Online-Transaction-Processing (OLTP), Data Warehousing und Business Intelligence (BI). Apache Spark und das jetzt integrierte Hadoop Distributed File System (HDFS) ermöglichen die Aufnahme, Speicherung und Analyse großer Datenmengen. Neue Konnektoren verbinden Datenbanken wie Oracle, Teradata und MongoDB direkt aus SQL Server heraus und beseitigen so Barrieren für Analysen.

Azure SQL DB Hyper Scale ist ein hochskalierbarer Service, der sich unterschiedlichen Workloads anpasst und automatisch bis zu 100 TB pro Datenbank skaliert.

Der Azure Data Explorer (Public Preview) beschleunigt das Erkennen und Verarbeiten großer Mengen von Ereignisdaten nahezu in Echtzeit, um Muster und Anomalien schnell zu erkennen, Probleme zu beheben und Geschäftsergebnisse besser zu analysieren.

Mit dem Update von Azure Cosmos DB Multi-Master wird das Erstellen geschäftskritischer, global verteilter Anwendungen noch einfacher. Die Multi-Master-Unterstützung bietet ein hohes Maß an Verfügbarkeit bei minimaler Latenz.

Windows Server 2019 kommt im Oktober, Azure Stack auf 16 Knoten erweiterbar

Windows Server 2019 wird ab Oktober 2018 allgemein verfügbar sein. Die neuste Generation von Windows Server erleichtert es, bestehende lokale Umgebungen mit Azure zu verbinden und über das Windows Admin Center Azure-Dienste wie Azure Backup oder Azure Site Recovery in On-Premise-Umgebungen zu nutzen. Weitere Azure-Dienste werden nach und nach integriert.

Microsoft Azure Stack bietet Geschäftskunden die Möglichkeit, Dienste der Microsoft Cloud-Plattform Azure auch im eigenen Rechenzentrum einzusetzen. So profitieren sie von der Skalierbarkeit und dem effizienten Management einer Public-Cloud-Lösung, ohne auf die Kontrollmöglichkeiten eines eigenen Rechenzentrums verzichten zu müssen. Künftig haben die Nutzer die Option, über integrierte Systeme unserer Hardware-Partner Vanade, Cisco, Dell, HPE, Huawei und Lenovo einen einzelnen Azure Stack auf 16 Knoten zu erweitern. So können Unternehmen die Kapazität ihres integrierten Systems erhöhen, um alle Geschäftsanforderungen an die IT zu erfüllen. Auch die Bereitstellung von Kubernetes-Clustern auf Azure Stack als zertifizierter Kubernetes Cloud Provider wird unterstützt. So können Nutzer Kubernetes mit Hilfe von Azure-Resource-Manager-Vorlagen installieren. Weitere Azure-Updates der Microsoft Ignite 2018 für Entwickler

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