Microsoft will seine Rechenzentren im Ozean versenken

Ein erheblicher Teil der Energie, die ein Rechenzentrum benötigt, wird durch die Kühlung verbraucht. Die Kühlung erfolgt meist durch Wasser. Was liegt also näher, als das ganze Rechenzentrum im Wasser zu bauen?

Das hat sich bereits im Februar 2013 auch Microsoft Research gedacht und hat begonnen, mit Project Natick ein Rechenzentrum zu entwerfen, das unter Wasser funktioniert und dadurch quasi im Kühlmittel zu Hause ist.

Die Platzierung der Rechenzentren im Wasser hat noch einen weiteren Vorteil: etwa die Hälfte der Menschen lebt in Küstennähe. Derzeit werden die Rechenzentren meist in dünn besiedelten Gegenden gebaut, wo die Kosten geringer sind. Würden sich die Rechenzentren in der Nähe der Menschen befinden, wäre die Datenübertragung schneller, da die Daten nicht über weite Strecken transportiert werden müssten.

Im August 2014 war es dann so weit: bei einem Meeting in Redmond wurde das Projekt offiziell aus der Taufe gehoben, auch wenn davon noch nichts an die Öffentlichkeit drang. Ein Jahr später war der erste Prototyp fertig, er wurde Leona Philpot genannnt. In dem mit Stickstoff gefüllten Stahltank steckte ein Serverrack. Der Stahltank wurde etwa einen Kilometer von der Küste entfernt in 10 Metern Tiefe versenkt. Es folgten lange Testreihen, die im November 2015 abgeschlossen wurden. Daraufhin wurde der Tank wieder geborgen und im Dezember nach Redmond transportiert, wo er überprüft und aufgefrischt werden soll.

Dass das Projekt damit noch nicht am Ende ist, dürfte jedem klar sein. Die New York Times berichtet, dass die Arbeiten an einem dreimal größeren Tank bereits begonnen haben. Sicherlich sind vor dem kommerziellen Einsatz dieser Technologie noch viele Hürden zu nehmen, aber es wäre sicher eine tolle Sache, wenn das Projekt schließlich zum Erfolg führen würde.

Microsofts Planungen sind ehrgeizig: Die Tanks sollen fünf Jahre in Betrieb bleiben, bevor die dann veraltete Hardware ausgetauscht werden soll. Vier solcher Zyklen sollen die Tanks überstehen, bevor sie zum Recycling auf den Schrottplatz kommen.

Ein Gedanke zu „Microsoft will seine Rechenzentren im Ozean versenken

  1. Matthias Mann

    Gute Idee. Bleibt nur zu hoffen, das da niemals Wasser rein tropft. Nicht das dann die schöne Hardware per Kurzschluss verbrutzelt 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.