Montag öffnet die CeBIT 2015

Montag ist es wieder soweit – die weltweit größte IT-Messe öffnet ihre Pforten für das geneigte Publikum. Seit dem letzten Jahr steht die Messe unter dem Leitspruch „100 % Business“ und in diesem Jahr unter dem Motto d!conomy (eine wie ich meine unmögliche Wortschöpfung, die die beiden Elemente digital und economy enthält). Aber egal. Als die Messegesellschaft für die Veranstaltung 2014 wieder einmal versuchte, die Consumer von der CeBIT fernzuhalten, läutete schon so mancher das Totenglöckchen für die Messe. Ich war von Anfang an der Meinung, dass dies falsch oder zumindest verfrüht ist. Und jetzt bin ich überzeugt, dass die Entwicklung der Messegesellschaft Recht gibt.

Immerhin hat die Deutsche Messe AG in diesem Jahr 8.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche mehr verkauft als 2014. Einige Aussteller haben ihre Flächen vergrößert, andere sind nach langer Pause wieder am Start und einige sind sogar erstmals auf der CeBIT vertreten. Irgendetwas wird wohl richtig sein am neuen Konzept. Na gut, die Besucherzahlen werden vermutlich nie wieder die Höhen wie vor 20 Jahren erreichen, als es kaum noch möglich war, in weniger als einer halben Stunde von einem Hallenende zum anderen zu kommen. Aber eine überfüllte Halle ist nun mal kein Maßstab für eine erfolgreiche Messe.

Ich hatte heute die Gelegenheit, schon einmal einen Rundgang durch die Hallen zu machen und erste Eindrücke von der kommenden Veranstaltung zu sammeln. Sicher ist, dass die CeBIT nicht mehr so laut und bunt wird wie bis 2013. Es gibt halt weniger Entertainment. Das ist die erste gute Nachricht.

Microsofts Stand in Halle 4 sieht weitgehend wie im letzten Jahr aus. Er wurde aber (gefühlt) vergrößert und die (von mir vermutete) zusätzliche Fläche wurde nicht mit zusätzlichen Tischen vollgestellt sondern die Besucher haben mehr Platz als im letzten Jahr. Der Besuch auf dem Stand wird damit sicher angenehmer. Auf die Partnerstände, die wie in jedem Jahr einen Großteil der Fläche einnehmen, will und kann ich an dieser Stelle nicht eingehen. Aber das Fließband, an dem Microsoft das Internet der Dinge (I0T) darstellt, hat mich durchaus beeindruckt. Endlich einmal nicht noch eine theoretische Beschreibung des IoT, sondern ein recht gelungener Versuch, das IoT erlebbar zu machen. Ansonsten zeigt Microsoft Windows-Geräte in allen möglichen Formfaktoren und stellt seine Produkte vor. Erstmals gibt es Windows 10 auch nicht nur zum Selbertesten und rumspielen, sondern Microsoft Deutschland spricht auch erstmals darüber. Weshalb das erst jetzt geschieht kann ich mir allerdings nach wie vor nicht erklären.

Fujitsu stellt einen 5K-Monitor mit einer Bildschirmdiagonalen von satten 105 Zoll vor. Ja wirklich, einhundertundfünf Zoll. Es ist schon beeindruckend, vor einem so großen Monitor mit einem gestochen scharfen Bild zu stehen, auch wenn das Gerät nicht wirklich für den Einsatz am Schreibtisch geeignet ist, sondern seinen Platz eher in der Werbung am Point of Sale findet.

Die wirklich spannenden Exponate habe ich aber in Halle 16 bei code_n gefunden. Dort stellen 50 Startups ihre Produkte für das IoT vor. Kein Lebensbereich wird ausgelassen. Vom Leben mit Diabetes über das Öffnen von Türen per App bis zur Unterstützung von Autofahrern – alle Lösungen haben eines gemeinsam: sie sind innovativ. Das ist auch kein Wunder. Schließlich sind die Startups die Gewinner eines Wettbewerbs, für den etwa 400 junge Unternehmen ihre Lösungen eingereicht haben. Ein Besuch der Halle lohnt sich auf jeden Fall.

Wenn Sie nicht zur CeBIT fahren können oder wollen, sich aber trotzdem einen Gruß von der Messe wünschen, habe ich noch einen Hinweis für Sie: Robochop. Sie können sich in der Cloud ein Sitzmöbel designen, das vier Industrieroboter auf der Messe in Halle 16 automatisch produzieren. Aus Hartschaum-Würfeln mit einer Kantenlänge von 40 cm wird Ihr Sitzmöbel hergestellt – Produktionsmenge: 1 Stück, also ein echtes Unikat. Das Sitzmöbel wird Ihnen anschließend kostenfrei nach Hause geliefert, unabhängig davon, wo auf der Welt Sie wohnen. Interesse? Dann lesen Sie hier weiter: http://blog.code-n.org/de/2015/02/05/robochop-die-code_n15-installation/. Die Roboter können zwar nicht jeden denkbaren Schnitt produzieren, aber ich habe etliche Hocker mit wirklich aufwändigen Designs gesehen. Und wer kann schon sagen: „Internet der Dinge? Hab ich schon zu Hause.“

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