China ist in diesem Jahr Partnerland der CeBIT

Die CeBIT 2015 wirft nun mit Macht ihren Schatten voraus. Auch wenn ich vor zwei Jahren, als die CeBIT zum wiederholten Male ihre Neuausrichtung verkündete, aus verschiedenen Richtungen die Totengesänge auf die CeBIT gehört habe, bleibt die CeBIT nach wie vor die wichtigste IT-Veranstaltung weltweit. China ist im März 2015 Partnerland der CeBIT.

Unter dem Motto „Innovation, Convergence, Cooperation“ werden im März 2015 mehr als 600 chinesische Unternehmen an der CeBIT teilnehmen. So viele Unternehmen haben nach meinem Wissen noch die ein Partnerland der CeBIT repräsentiert. Oliver Frese, CeBIT-Vorstand der Deutschen Messe AG: „China wird das größte und stärkste CeBIT-Partnerland aller Zeiten“. Auf dem etwa 3 000 Quadratmeter großen Zentralstand in Halle 6 werden unter anderem Großunternehmen wie Alibaba, China Electronics Corporation, Datang Telecom, Huawei Technologies, Neusoft, TCL, Xiaomi und ZTE ausstellen. Darüber hinaus ist China mit Gemeinschaftsständen und Einzelausstellern in neun weiteren Hallen sowie bei den CeBIT Global Conferences in Halle 8 präsent. Damit ist das Partnerland der CeBIT 2015 in nahezu allen Angebotsbereichen vertreten.

 

Die IT-Welt dreht sich schneller denn je: Bis vor wenigen Jahren war das im Jahr 1987 in Shenzhen gegründete Unternehmen Huawei nur Insidern als Anbieter von Telekommunikationslösungen bekannt. Inzwischen ist man in mehr als 170 Ländern mit über 150 000 Mitarbeitern aktiv. „Mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung nutzt bereits direkt oder indirekt Huawei-Technologie“, erklärte Public Affairs Senior Manager Carsten Senz bei der Veranstaltung in Düsseldorf, wo sich auch die Europazentrale des Unternehmens befindet. Deutschland ist für die Chinesen auch ein wichtiger Forschungsstandort: Innovationen in den Bereichen Breitbandtechnologien der Zukunft, Cybersicherheit, Industrie 4.0 und Internet der Dinge entwickelt Huawei maßgeblich in seinen deutschen Entwicklungszentren, vor allem in München. Auf der CeBIT will das Unternehmen unter anderem neue IT- und Server-Lösungen für den Mittelstand sowie Connectivity-Produkte für den Wachstumsmarkt Smart Home vorstellen.

 

Ein weiterer führender Anbieter von Telekommunikationsausrüstung und Netzwerktechnologien sowie mobilen Endgeräten aus China heißt ZTE. Der Konzern, dessen Deutschlandzentrale ebenfalls in Düsseldorf angesiedelt ist, unterhält Partnerschaften mit mehr als 230 bedeutenden Netzbetreibern und Distributoren in über 160 Ländern und Regionen rund um den Globus. Laut Bas Zwartkruis, Deputy Country Manager von ZTE Deutschland, wird das Unternehmen auf der CeBIT 2015 mit einer dreimal so großen Standfläche vertreten sein wie im Vorjahr. Im Mittelpunkt des Auftritts stehen eine Reihe von Live-Demos und Showcases unter dem Motto „Make companies more efficient, the industry more colorful, the city more beautifuI“. Die Messebesucher erwartet eine Vielzahl an Industrie- und Unternehmenslösungen rund um die Themen Smart City, Smart Transportation, Smart Education und Green Energy.

 

Dass der chinesische Markt längst auch für deutsche Unternehmen sehr interessant ist, bestätigt auch das führende Abhörschutzunternehmen Secusmart. So betonte der Geschäftsführer des Spezialisten für Sicherheitstechnik, Dr. Hans-Christoph Quelle: „China ist bereits einer der größten Handelspartner Deutschlands und setzt auf Wachstum durch Innovation. Wir bieten Sicherheitslösungen ‚Made in Germany‘, die genau diese Innovationen vor möglichen Angriffen verlässlich schützen.“ Zur CeBIT 2015 vermeldet Secusmart die erfolgreiche Markteinführung der App Vodafone „Secure Call“: Die Abhörschutz-App verschlüsselt Telefonate Ende-zu-Ende über den hochsicheren Advanced Encryption Standard (AES) und ermöglicht damit jetzt auch kleinen Unternehmen, dem Mittelstand und Konzernen, sämtliche Kommunikationsdaten vor Abhörangriffen zu schützen. Zum Start soll die Security-App bei Vodafone für die Betriebssysteme Android und iOS verfügbar sein.

 

Das PSI-Tochterunternehmen Psipenta Software Systems verstärkt sein Engagement auf dem chinesischen Markt, wie Lars Pischke, Head of lnternational Business Development, beim „CeBIT China Special“, das Ende letzten Jahres in Düsseldorf stattfand, verriet: „In diesem Zusammenhang begrüßen wir sehr, dass die Wahl zum CeBIT-Partnerland 2015 auf China gefallen ist und Ausstellern eine attraktive Plattform bietet, Kontakte ins Partnerland zu knüpfen oder zu intensivieren.“ Der Softwarespezialist hat bereits zahlreiche deutsche Kunden auf ihrem Weg nach China begleitet und unterstützt nun erste, chinesische Unternehmen mit einem Softwareportfolio, das auf die Anforderungen der Branchen Maschinen- und Anlagenbau, Luftfahrtindustrie, Automobil- und Eisenbahnindustrie zugeschnitten ist. „Als Softwarelieferant zahlreicher Hidden Champions für die fertigende Industrie bieten wir Unternehmen der aufstrebenden Industrienation China mit unseren Softwareprodukten die Unterstützung, die sie für ihre Entwicklung zu Hightech-Unternehmen benötigen“, betonte Pischke.

 

Die E-Learning-Welle mit offenen, interaktiven Onlinekursen erreicht nun auch das asiatische Riesenreich: Das Potsdamer Hasso-Plattner-Institut hat eine chinesische Bildungsplattform (www.openHPI.com) aufgebaut, die den CeBIT-Besuchern aus dem Partnerland vorgestellt werden soll. Der Ableger des 2012 in Deutschland gestarteten sozialen Bildungsnetzwerks openHPI.de bietet frei zugängliche Kurse zu aktuellen Themen der Informationstechnologie. Alle Lernmaterialien wie Lektüre, Selbsttests, Hausaufgaben und Prüfungen sind auf Chinesisch abrufbar. Zur CeBIT im März startet ein neuer Onlinekurs, der in die Web-Technologien einführt. Die IT-Schau sendet 2015 also auch in diesem Bereich wichtige Business-Impulse ins Reich der Mitte.

 

Mit eindrucksvollen Zahlen konnte Achim Haug aufwarten, Chief Representative Hong Kong, South and West China der deutschen Außenhandelsagentur Germany Trade & Invest. 2015 will die chinesische Regierung 2,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes in die Forschung stecken. Das entspricht in etwa dem Niveau europäischer Industrieländer. Das Reich der Mitte sei durchaus auch für kleinere deutsche Unternehmen attraktiv: „Nach den USA ist China der zweitgrößte Einzelhandelsmarkt.“ Zudem wächst die Zahl der Internetnutzer in China weiterhin massiv: Aktuell sind dort bereits mehr als 630 Millionen Menschen online. Auch im bevölkerungsreichsten Land der Erde erfolgt der Zugriff auf das Netz verstärkt mit dem Smartphone – beispielsweise, um die Angebote des Internetkonzerns Alibaba abzurufen. Dessen charismatischer Gründer Jack Ma wird bei der CeBIT-Eröffnung am 15. März sprechen.

 

In der Volksrepublik steigt der Umsatz mit Produkten und Diensten der Informationstechnologie und Telekommunikation rasant: Nach Berechnungen des European Information Technology Observatory (EITO) erreicht er 2014 rund 351 Milliarden Euro – ein Plus von 14,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Damit wächst das CeBIT-Partnerland im Vergleich der wichtigsten IT-Märkte mit Abstand am schnellsten.

Ich denke, wie können uns auch in diesem Jahr wieder auf eine spannende CeBIT freuen. Trotz der überall geläuteten Totenglöckchen war die CeBIT 2014 für mich die erfolgreichste CeBIT aller Zeiten. Dies gilt sowohl geschäftlich als auch inhaltlich. Daher bin ich zuversichtlich, dass sich dieser Trend auch in diesem Jahr fortsetzt.

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