Surface Pro 3 – ein erster Kurztest

Auch wenn es das neue Surface Pro 3 in den USA und Kanada bereits zu kaufen gibt, müssen wir in Deutschland noch bis Ende August warten. Ich hatte aber bereits jetzt im Rahmen einer Presseveranstaltung die Möglichkeit, das Gerät kurz zu testen.

Bereits auf den ersten Blick fällt auf, dass das Surface 3 mit seinem 12″-Display 1,5 Zoll größer ist als sein Vorgänger. Damit kommt Microsoft meinen Wünschen entgegen. Das Surface 1 und 2 waren doch etwas fummelig, wenn mit der Tastatur gearbeitet wurde.

Dass das Surface Pro 3 mit seinen 9,1 mm etwas dünner ist als sein Vorgänger war zu erwarten und ist genauso wenig eine Überraschung wie das geringere Gewicht von jetzt noch 798 g. Aber das Surface Pro 3 hat noch mehr zu bieten.

Zunächst nahm ich das Surface in die Hand und sah mir den Kickstand an. Er ist jetzt stufenlos einstellbar und kann bis zu 150° gedreht werden. Damit liegt das Surface fast flach auf dem Tisch und ist nur recht leicht zum Betrachter geneigt. Was auf dem Tisch mit wirklich sinnvoll zu sein scheint, stärkt seinen Zweck, sobald der Benutzer sitzt und mit dem Surface auf dem Schoß Arbeiten mit der Tastatur erledigt. Diese Aufgabe, die mit den früheren Versionen des Surface nicht sinnvoll zu erledigen war, ist jetzt richtig komfortabel. Jetzt würde ich mir nur noch wünschen, dass Microsoft eine Möglichkeit anbieten würde, das Surface auch hochkant zu stellen. Beim Lesen längerer Texte würde ich das als sehr angenehm empfinden, da im Hochformat doch eher das Buchfeeling aufkommt.

Sehen wir uns das Äußere des Geräts etwas näher an. Auffällig ist, dass das Windows-Symbol, das uns immer wieder auf die Startseite führt, jetzt nicht mehr unterhalb des Displays platziert ist, sondern auf der rechten Seite. Sinn dieser Platzveränderung ist eine Verbesserung der Tastatur, auf die ich weiter hinten noch eingehen werde. An Schnittstellen sind ein USB 3.0 Port, ein MicroSD-Slot sowie ein Mini-Display-Port vorhanden. Schade, dass es nur ein USB Port ist. Wenn in einem Port ein UMTS-Stick sitzt, ist nicht einmal mehr Platz für einen Speicherstick vorhanden. Aber gut, das ist bei den meisten Nutzern vermutlich nur selten der Fall.

Schalten wir das Gerät einmal ein. Aufgrund der Auflösung von 2.160 x 1.440 Pixeln ist der ungeheuer scharf. Microsoft spricht davon, dass die Darstellung „pixelfree“ ist. Das ist selbstverständlich Nonsens, die Pixel sind immer noch vorhanden, aber aufgrund der hohen Auflösung mit bloßem Auge halt nicht mehr zu sehen. Verzeihen wir Microsoft also das Marketingsprech.

Bei der Bedienung hat mir noch ein Detail besonders gefallen. Befindet sich das Gerät im Stromsparmodus und nähert man sich mit dem Stylus mit gedrücktem Knopf dem Display, wacht das Gerät auf und zeigt eine neue Seite von OneNote, so dass es möglich ist, mal schnell Notizen zu machen, ohne dafür extra das Gerät einzuschalten und sich einzuloggen. Wie sich das Gerät verhält, wenn mehrere Benutzer eingeloggt sind und sich das Gerät im Stromsparmodus befindet, habe ich leider versäumt zu testen. Ich hoffe aber, dass Microsoft mir noch ein Gerät für genauere Tests zur Verfügung stellt.

Aber kommen wir zur Tastatur. Hier hat Microsoft bereits beim Surface 2 kräftig nachgebessert, indem beim Touchcover die Anzahl der Sensoren pro Taste von 60 auf über 1.000 vermehrt wurde. Beim Surface 3 kommt eine weitere Verbesserung hinzu. Damit die Tastatur nicht platt auf dem Tisch liegen muss, hat sie ein Gelenk bekommen. Sie kann, wenn sie angedockt wird, am Gerät noch etwa einen Zentimeter hochgestellt werden, so dass sie etwas schräg steht. In der Schräglage gehalten wird sie magnetisch. Eine kleine Innovation, die aber den Schreibkomfort noch erhöht.

Damit bleibt für den Moment eigentlich nur noch zu erwähnen, dass das Surface jetzt über zwei 5 Megapixel HD-Kameras verfügt.

Soweit die Fakten. Mein Fazit? Ich finde es schade, dass Microsoft (wie wohl alle anderen Hersteller auch) das Gerät verklebt. Der Akku lässt sich nicht wechseln, der Speicher lässt sich nicht erweitern und für jede kleine Reparatur, die bei einem verschraubten Gerät der kleine Schrauber an der Ecke erledigen könnte, muss das Surface eingeschickt werden.

Aber das Gerät ist einfach schick und kann in vielen, wenn nicht in fast allen, Fällen kann das Gerät einen Laptop vollkommen ersetzen. Wenn die ebenfalls angekündigte Dockingstation erschienen ist, kann ich mir durchaus vorstellen, dass manchen Fällen auch der Desktop überflüssig wird.

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