Die CeBIT 2014 wirft ihre Schatten voraus

Vom 11. Bis 15. März ist es wieder so weit: die CeBIT öffnet in Hannover ihre Pforten. In den letzten Jahren lasen wir vor allem viel über sinkende Besucherzahlen auf der CeBIT. Manch eine Publikation sah sich sogar veranlasst, bereits das Totenglöckchen für die CeBIT zu läuten, so zum Beispiel drwindows.de. Auch Spiegel Online sprach im letzten Jahr der CeBIT aufgrund des Rückgangs der Besucherzahlen um etwa 9 % ihren Status als Leitmesse ab. Ich halte diese Aussagen für überzogen bis falsch. Viele Unternehmen, die früher auf der CeBIT ausgestellt haben, finden sich heute lieber auf anderen Branchenmessen ein, um dort ihre speziellen Lösungen vorzustellen. Aber auch wenn dadurch die Zahlen der Aussteller und Besucher niedriger ausfallen, bleibt die CeBIT als Treffpunkt der IT-Branche nach wie vor wichtig und notwendig.

Andererseits muss ich nicht extra meine Glaskugel putzen, um vorherzusagen, dass die CeBIT auch in diesem Jahr wieder einen deutlichen Besucherrückgang zu vermelden haben wird. Der Grund ist einfach: zum zweiten Mal nach 1999 will die CeBIT eine reine Businessmesse werden. Die Consumerthemen, die in den letzten Jahren eh auf der CeBIT seltener zu sehen waren, werden ab diesem Jahr ganz fehlen. Intel hatte seit längerer Zeit eine ganze Halle mit Computerspielen gefüllt; im letzten Jahr war dies nach meinem Gefühl auch die am besten besuchte Halle. Dies wird es in diesem Jahr nicht mehr geben, Intel erwägt aber ein Ersatzevent. Ob dieser in Deutschland stattfinden wird, ist bislang noch nicht sicher. Im Gespräch war auch eine Location in Polen. Diese Besucher werden wohl in diesem Jahr vollständig fehlen.

Überhaupt – wer als Consumer auf die CeBIT geht, stolze 60 Euro Eintritt zahlt und anschließend durch die Hallen streift, um sich bespaßen zu lassen, wird in diesem Jahr mit Sicherheit noch enttäuschter sein als im letzten Jahr. Er wäre auf der IFA, die im September in Berlin stattfinden wird, besser aufgehoben.

Seit vielen Jahren bietet die CeBIT neben der klassischen Ausstellung auch ein umfangreiches Konferenzprogramm an. Dieses Angebot soll in diesem Jahr deutlich ausgebaut werden. Traditionell fährt die CeBIT viele hochkarätige Sprecher nicht nur aus Deutschland auf. Für eine Konferenz mit dieser Qualität ist der Eintritt doch wohl auch ein echtes Schnäppchen. Die Konferenz zu beschreiben würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Die Konferenz ist eine eigene Beschreibung wert.

Aber auch in den Hallen gibt es etliche interessante Neuheiten zu sehen. Ob es das Office to go der Telekom, die neuen Services von digitalSTROM oder das flachste Ultrabook der Welt von Fujitsu ist – wer etwas sucht, wird lohnende Neuheiten finden. Ich war auf einer Preview und werde bereits im Vorfeld der Messe über die dort vorgestellten Neuheiten berichten. Über die Neuheiten der Startups will ich jetzt gar nicht schreiben. Aber im letzten Jahr gab es auch auf dem Gemeinschaftsstand von code_n viele überraschende neue Ideen zu bestaunen.

Wie in jedem Jahr hat die CeBIT selbstverständlich auch in diesem Jahr ein Leitthema. In diesem Jahr ist es Big Data. Dieses immer wieder kontrovers diskutierte und häufig auch missverstandene Thema wird vermutlich für viele interessante Diskussionen sorgen.

Auch im Jahr 2014 darf selbstverständlich ein Partnerland nicht fehlen – diesmal ist es Großbritannien. Dementsprechend werden am 10. März einige britische Regierungsmitglieder auf der Messe zu sehen sein. Ob denn nun auch entsprechend viele Unternehmen von der Insel auf der CeBIT ausstellen werden, darf wohl bezweifelt werden. Der Link „Ausstellerliste Partnerland“ auf cebit.de führt zu lediglich zwei Treffern – und beide Aussteller heißen innovision events. Ich vermute aber, dass in diesem Punkt die Homepage der CeBIT nicht so ganz vollständig ist und dass mehr britische Unternehmen vor Ort sein werden.

Alles in Allem – auch wenn die CeBIT in diesem Jahr kleiner als in den Vorjahren ausfallen wird, können wir mit Fug und Recht eine spannende Veranstaltung erwarten.

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