Good bye, Steve Ballmer

Bekanntlich hat Steve Ballmer im August dieses Jahres seinen Rücktritt als CEO von Microsoft angekündigt. Am 7. November war er anlässlich der offiziellen Eröffnung des weltweit ersten Microsoft Centers in Berlin vermutlich zum letzten Mal als Microsoft-Chef in Deutschland. Zeit also, sich von ihm zu verabschieden.

Mit Ausnahme eines zweijährigen Gastspiels bei Procter & Gamble am Beginn seiner Karriere hat Steve sein Leben lang bei Microsoft gearbeitet, wo er zunächst verschiedene Abteilungen leitete, u.a. die Entwicklung von Windows, den Absatz und den Kundenservice. 1998 wurde er President von Microsoft und hatte damit ausschließlich Bill Gates als einzigen über sich, bis er Bill Gates im Jahr 2000 als CEO beerbte.

Bekannt ist Steve Ballmer auch für seine extrovertierten Auftritte, die ihm den Spitznamen Monkeyboy einbrachten. Hier ein besonderes Video. OK, so gut in Form war er nicht immer. Ich erinnere mich aber noch gut an einen seiner Auftritte im Jahr 2007, als er den SQL Server 2007 vorstellte. Ich war damals in der Microsoft-Niederlassung in München, wo Steves Rede live übertragen wurde. Er sprach gut zwei Stunden in unterhaltsamer Form über den SQL Server, ganz ohne Teleprompter oder Moderationskarten und nur durch einige Gäste unterbrochen. Es machte wirklich Spaß, ihm zuzuhören.

Bei den Börsenanalysten war Steve nicht so beliebt. Sicher, er war wohl nicht so sehr der Visionär und Techniker wie Bill Gates, aber auch als oberster Buchhalter hat er Microsoft durchaus nach vorne gebracht, wie die folgende Grafik zeigt, die Bloomberg Visual Data in Zusammenarbeit mit Microsoft und Goldman Sachs erstellt hat.

Hier vergleicht Bloomberg die Geschäftszahlen des Fiskaljahres 1999 mit dem vergangenen. Danach hat Microsoft unter Steves Führung den Umsatz mit Serverprodukten um satte 500 % gesteigert. Die Anzahl der bei Microsoftmitarbeiter hat sich in der gleichen Zeit verdreifacht. Da lässt es sich auch sicher verschmerzen, dass der Gewinn pro Mitarbeiter um 11 % auf 220.000 $ gesunken ist. An der Entwicklung der Xbox ist Steve zwar unschuldig, aber die Markteinführung fiel auf den Beginn seiner Amtszeit als CEO. Sein Erfolg ist es aber, dass die Verkäufe nach einem zähen Start auf satte 7,1 Milliarden Dollar gestiegen sind. Auch die Verkaufszahlen von Windows und Office wurden in dieser Zeit verdoppelt. Ich meine, das ist eine Bilanz, die sich durchaus sehen lassen kann.

Über seine Pläne für die Zukunft schweigt sich Steve aus, Gerüchten zufolge wird er wohl in den Ruhestand gehen. Na ja, bei einem geschätzten Vermögen von geschätzten 15,3 Milliarden Dollar sollte er bei einer bescheidenen Lebensführung wohl über die Runden kommen. Immerhin ist er ja auch bereits 57 Jahre alt.

Ich meine, dass Steve im Großen und Ganzen einen tollen Job gemacht hat. Womit er sich in der Zukunft beschäftigen wird ist nicht bekannt. Da außer einigen Spekulationen nicht einmal Gerüchte im Umlauf sind, vermute ich, dass er in seinen wohlverdienten Ruhestand gehen wird. Er sei ihm gegönnt. Steve, du wirst uns fehlen.

 

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