Wie eine Pressekonferenz (nicht) aussehen soll

Heute war ich auf der IFA-Pressekonferenz von Sony. Ich muss sagen, dass ich von diesem Termin ziemlich enttäuscht war. Nein, nicht von den vorgestellten Produktneuheiten. Die waren durch die Bank wirklich innovativ. Auch nicht von den Speakern – Sony hatte wirklich hochkarätige Sprecher aufgefahren. Aber die Präsentation… Gefühlte zwei Dutzend Produkte wurden nacheinander vorgestellt. Nicht nur ich hatte einige Probleme, bis zum Ende aufmerksam zu bleiben.

Dabei hätte Sony eigentlich eine gute Vorlage gehabt, die Pressekonferenz unterhaltsam zu gestalten, ohne dass dabei der Informationsgehalt verloren gegangen wäre. Auf der IFA 1963, also (fast) auf den Tag genau vor einem halben Jahrhundert, hat Sony ein Produkt vorgestellt, das das Leben von mindestens zwei Generationen verändert hat – den ersten Kassettenrecorder. Der Klang war nach heutigen Ansprüchen reichlich blechern und mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von DM 299,00 war das Gerät auch nicht unbedingt billig. Aber für damals war der Klang vollkommen in Ordnung. Wenn ich mich an meinen Plattenspieler denke, den ich zu dieser Zeit hatte…

Aus diesem Jubiläum hätte Sony wirklich etwas machen können. Wie klang Musik mit Sony vor 50 Jahren und wie klingt sie heute? Was gab es vor einem halben Jahrhundert für umgerechnet gut 150 Euro von Sony und was gibt es heute für den Preis? Oder noch besser: 300 DM war 1963 fast die Hälfte des monatlichen Durchschnittseinkommens in Deutschland (Quelle: Wikipedia). Was bietet Sony heute für ein halbes Monatseinkommen? Na ja, und so weiter. Auf diese Weise hätte Sony in der gleichen Zeit dieselbe Menge Informationen besser unter die Leute bringen können. Seriosität und Unterhaltung schließen sich schließlich einander nicht aus,

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