Microsoft Surface RT – der erste Eindruck

Seit zwei Tagen bin ich nun stolzer Besitzer des Surface, Zeit, einen ersten Eindruck, sowohl von der Hardware als auch von Windows 8 RT.

Das Gerät macht direkt beim Auspacken bereits einen sehr guten Eindruck. Zumindest optisch muss sich das Microsoft-Gerät wirklich nicht mehr hinter den Geräten der Marktbegleiter verstecken. Störend ist für mich gleich auf den ersten Blick lediglich, dass das Gerät nicht wie gehofft über USB aufgeladen wird, sondern Microsoft hat eine proprietäre Verbindung zum Aufladen entwickelt. Damit ist es leider weiterhin erforderlich, neben dem Ladegerät für das Mobiltelefon ein weiteres Ladeteil mitzuschleppen.

Kritisch beäugt habe ich auch erst einmal die Touch-Tastatur, die mir Microsoft mitgeliefert hat. Schließlich handelt es sich um eine virtuelle Tastatur und mit virtuellen Tastaturen habe ich in der Vergangenheit keine guten Erfahrungen gemacht. Diesmal war es allerdings anders. Nach dem Andocken der Tastatur, die gleichzeitig als Abdeckung für den Bildschirm dient, konnte ich direkt fast genauso schnell tippen wie mit einer physikalischen Tastatur. Dabei ist es vermutlich hilfreich, dass Microsoft die Zwischenräume zwischen den Tastenfeldern mit einer anderen Griffigkeit gestaltet hat als die Tastenfelder selbst. Eventuell ist es ja auch hilfreich, dass ich normalerweise mit einer Microsoft-Tastatur schreibe. Ob die unterschiedliche Griffigkeit auf Dauer erhalten bleibt oder sich die Tastatur abnutzt, wird die Zukunft zeigen müssen. Außerdem ist es ganz angenehm, dass die Tastatur nicht ganz hart ist, sondern minimal weich, etwa so, als wenn sie aus Gummi gefertigt wäre. Ob diese Pufferung auch auf Dauer angenehm ist, werde ich erst in der nächsten Woche feststellen, wenn ich mit dem Surface nach München fahre. Weshalb allerdings die Tastatur auch ein Touchpad beinhaltet, erschließt sich mir auf den ersten Blick nicht wirklich. Einmal auf den Bildschirm zu tippen ist doch eigentlich viel ergonomischer.

Überhaupt dient die Tastatur nicht nur dem Schreiben. Wird die Tastatur vor den Bildschirm geklappt, wird der Rechner Dadurch ausgeschaltet (na gut, Windows RT wird nicht wirklich ausgeschaltet, sondern lediglich in einen Ruhezustand versetzt). Wird die Tastatur wieder ausgeklappt, wird auch das Surface wieder aufgeweckt. Wird die Tastatur hinter das Surface geklappt, wird sie deaktiviert und der Nutzer arbeitet mit der Bildschirmtastatur. Das einzige, das ich nicht verstehe, ist, dass bei jedem Tastaturanschlag ein Ton ausgegeben wird. Das ist wirklich nervig und ich habe noch keine Möglichkeit gefunden, diese Töne abzuschalten.

Bevor ist das alles feststellen konnte, musste ich selbstverständlich das Gerät zunächst das erste mal starten. Dabei werden einige Konfigurationseinstellungen abgefragt und auch einige Updates geladen. Allerdings wurde das Office-Paket noch nicht auf die endgültige Version upgedatet und ich habe auch noch keine Möglichkeit gefunden, die RTM-Version herunterzuladen. Über Windows Update geschieht es nicht und unter Store -> Produktivität habe ich auch nur OneNote gefunden. Andere Nutzer haben das endgültige Office 2013 allerdings gefunden; ich muss daher wohl in den nächsten Tagen einfach noch einmal genau nachsehen.

In einigen Kritiken, die ich im Internet gefunden habe, wird über ruckelnde bzw. langsam reagierende Apps berichtet. In einem Video ist sogar zu sehen, dass jemand in Word schreibt und die Anzeige des geschriebenen Textes stark verzögert erfolgt. Dieser Effekt ist einfach nachzuvollziehen, indem kurz hintereinander mehrere Apps gestartet werden und anschließend Word gestartet und darin geschrieben wird. Die Apps sind noch aktiv und auf diese Weise kann Windows RT überlastet werden. Nach kurzer Zeit werden die anderen Apps aber inaktiv und wir können in Word ganz normal arbeiten. Ich schreibe 10 Finger blind und bin dabei recht schnell. Trotzdem schaffe ich es nicht, schneller zu schreiben als das Surface reagiert.

Sehr angenehm ist das helle Display, das durchaus ein schärferes Bild liefert als die Auflösung von 1366 x 768 Pixel erwarten ließe.

Erwähnenswert ist auch der Steckplatz für eine MicroSD-Karte, die bis zu 32 GB groß sein darf. Allerdings lassen sich auf dieser Karte nur Dokumente speichern, das Speichern von Apps ist nicht möglich. Aus dem Blickwinkel der Sicherheit macht diese Beschränkung aber durchaus Sinn.

Und dann gibt es noch einige wenige Dinge, die mir schlicht und ergreifend fehlen.

Dass das Surface keinen Stylus mitbringt ist zwar schade, aber durchaus verständlich. Da das Gerät zu flach ist, um Platz für einen Einschub für den Stylus zu bieten. Auf der anderen Seite ist ein Stylus für handschriftliche Eingaben.

Microsoft hat in der Vergangenheit mehrfach betont, dass Windows 8 auch den Zugriff auf UMTS ermöglicht, ohne dass hierfür separate Treiber erforderlich sind. Leider wird das Surface ausschließlich ohne diese Möglichkeit angeboten. Das finde ich etwas unglücklich. Schließlich sind Tablet PCs neben den Smartphones die mobilstenunbedingt erforderlich. Stylusse (ist das der richtige Plural von Stylus?), die einzeln als Ersatz verkauft werden, sind leider immer nur für die Einschübe der Geräte geeignet. Einigermaßen formschöne Stifte mit Clip, ähnlich wie ein Kugelschreiber oder einfach eine Stylusspitze, die in einen Kugelschreiber als Mine eingelegt werden kann, habe ich bislang weder in Microsofts Store noch von anderen Anbietern finden können.

Absolut fehlt mir auch die Möglichkeit, eine UMTS-Karte einzulegen. Da wirbt Microsoft damit, dass Windows 8 für diese Funktionalität keine externen Treiber mehr benötigt und bringt dann ein Referenzgerät auf den Markt, die diese Fähigkeit von Windows 8 nicht einmal optional anbietet. Da es sich bei dem jetzt ausgelieferten Gerät um ein ARM-Device handelt, ist es auch nicht möglich, einen beliebigen UMTS-Stick zu verwenden, da die darauf enthaltenen Treiber unter Windows RT nicht funktionieren. Damit ist das Surface, das eigentlich ein sehr mobiles Gerät ist, irgendwie doch weitgehend auf die Reichweite des WLAN beschränkt. Geräte und ich kann keinen tieferen Sinn darin erkennen, das Surface auf WLAN zu beschränken. Zumindest optional würde ich mir dieses Feature wirklich wünschen, insbesondere, da sich die Treiber der UMTS-Sticks unter Winows RT nicht installieren lassen.

2 Gedanken zu „Microsoft Surface RT – der erste Eindruck

  1. Falk

    Du schreibst richtig, dass Smartphone und Tablet für den Mobilsten erforderlich sind. Die meisten Smartphones kann man zum persönlichen Hotspot machen und dann vom Tablet aus nutzen. Das hat den weiteren Vorteil, dass man nur einen Mobilvertrag benötigt, oder?

    Gruss, Falk

  2. Mathias Beitragsautor

    Selbstverständlich lässt sich jedes moderne Smartphone auch als Hotspot nutzen. In vielen Fällen dürfte das auch eine sinnvolle Lösung sein. Ob aber nun diese Methode für den eigenen Anwendungsfall sinnvoll ist, ob es besser ist, eine Tagesflatrate zu nutzen oder ob eine dritte Möglichkeit in Betracht gezogen werden sollte, muss jeder für seinen Einzelfall prüfen. Neben der Häufigkeit der Nutzung, dem Inklusivvolumen schneller Datenübertragung in der UMTS-Flatrate und den Vertragsbedingungen des Mobilfunkbetreibers gibt es noch andere Kriterien, die ggf. in Betracht gezogen werden sollten.
    Mir ging es in diesem Artikel auch eher darum, dass es irgendwie nicht einzusehen ist, dass Microsoft ein Referenzgerät für Windows 8 auf den Markt bringt, das Windows 8 aber nicht ausnutzt, sondern in Teilen eher ausbremst.

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