ICE, ICE, Baby

Am 8. September 2012 war es wieder soweit – etwa 300 IT Pros und Entwickler versammelten sich bei der it.Emsland in Lingen und verzichteten auf ihren freien Samstag, um an der ICE 2012 teilzunehmen. Was war geschehen? Klären wir zunächst die Begriffe. Lingen sollte eigentlich bekannt sein. Es liegt im Emsland, auch bekannt als Deutsch Sibirien, einem der nordwestlichsten Landkreise Deutschlands. Heute ist Lingen vor allem durch das dort von E.ON und RWE betriebene Atomkraftwerk Emsland bekannt. Vorher machte die Gegend um Lingen vorwiegend unrühmliche Schlagzeilen durch das Konzentrationslager Börgermoor, das wiederum durch das Moorsoldatenlied bekannt wurde, 1935 vertont von Hans Eisler und gesungen von Ernst Busch. In den letzten Jahren hat sich das Emsland von einer Gegend, die vom Fortschritt ziemlich abgekoppelt war, zu einer modernen Gegend gewandelt, in der die Arbeitslosenquote bei 3 % liegt. Auch das äußere Erscheinungsbild hat sich deutlich gewandelt. Als ich vor 5 Jahren erstmals auf der ICE war, sahen die ehemaligen Bahnhallen noch wirklich gammelig aus und der dahinter liegende Bahnhof wirkte wie eine Kulisse für einen Film über die dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts. Heute wirken nicht nur die Hallen und der Bahnhof, sondern die gesamte Innenstadt modern und einladend. it.Emsland stellt sich am besten selbst vor (die folgenden Absätze stammen von der Homepage der ice): Die it.emsland‚ „Stellwerk für Information und Technologie“, versteht sich als innovativ angelegtes, hoch professionelles Forschungs- und Entwicklungszentrum für zukunftsfähige Informations- und Kommunikationsdienstleistungen und -technologien. Der ganzheitliche Ansatz berücksichtigt sowohl den Ausbau des Hochschulstandortes Lingen, als auch gleichermaßen die Förderung anwendungsorientierter Informatik, Forschung und Entwicklung für die heimische Industrie, den Mittelstand und das Handwerk. Die it-emsland ist Forschungs-, Arbeits- und Weiterbildungsstätte für Hochschulen, Unternehmen, Existenzgründer, Weiterbildungsträger und sonstige Dienstleister. Durch die Verknüpfung der vier Bereiche Beratung & Unterstützung, Forschung & Entwicklung, Qualifizierung & Information, Büroflächen & Service, ist die it-emsland Anbieter eines umfassenden Leistungsangebots, durch das sich aufgrund einer engen räumlichen und ggf. auch persönlichen Verzahnung zusätzlich erfolgsorientierte und effiziente Synergieeffekte ergeben. So viel zur Location. Der Name der Veranstaltung, ICE, bedeutet nicht, dass dort hektische Beschäftigte der Deutschen Bahn AG gewirkt haben. Nein – ICE steht für Intelligent Communities for Europe. Dieser Name kommt nicht von ungefähr – die Teilnehmer und Sprecher kamen nicht nur aus ganz Deutschland, sondern auch aus Österreich, den Niederlanden und sogar aus den USA. Nicht ganz pünktlich ging es gegen 9:00 Uhr los. Einigen einleitenden Worten von Mark Schönrock folgten die Grußworte von Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone und des stellvertretenden Landrats Heinz Rolfes. Bereits diese Grußworte demonstrieren die Bedeutung der ICE für Lingen und den Landkreis Emsland. Nach den folgenden Demos zum Windows Server 2012 durch Tony Krijnen von Microsoft Nederland folgten in vier Tracks die Sessions, auf die ich an dieser Stelle nicht näher eingehen möchte. Auf einige Sessions werde ich aber in separaten Beiträgen noch eingehen. Neben den hochkarätigen Grußworten weist die ICE aber noch einige Besonderheiten auf. Die meisten Konferenzen wenden sich ausschließlich an IT Pros oder ausschließlich an Entwickler. Mitglieder dieser beiden Gruppen können sich auch nur schwer miteinander unterhalten, da diese beiden Gruppen in der Praxis doch häufig sehr unterschiedliche Interessen haben. Der Themenmix auf der ICE und die lockere Atmosphäre in Lingen ermöglichen aber doch viele Gespräche, die das gegenseitige Verständnis fördern. Seien wir ehrlich – viel mehr kann eine eintägige Konferenz nicht leisten. Ich habe vor Beginn der Veranstaltung einmal einige Teilnehmer befragt, was sie von der ICE 2012 erwarten. Die Antworten waren einhellig: alle erwarteten hochkarätige Vorträge mit vielen neuen Informationen sowie Gespräche mit Freunden. Selbstverständlich blieb auch die inzwischen legendäre After-ICE-Party nicht unerwähnt. Und jetzt? Jetzt bleibt allen Teilnehmern nur noch, sich bei Nicki Wruck und seinem Team zu bedanken und auf die ICE 2013 zu warten. Falls Sie jetzt vermuten, dass ich aus irgendwelchen Gründen die ICE mehr lobe als sie es verdient hatte, muss ich Sie enttäuschen. Suchen Sie einfach einmal auf Twitter nach dem Hashtag #icelingen und Sie werden eines besseren belehrt.

Eines soll nicht unerwähnt bleiben: Die gesamte Konferenz war für die Teilnehmer kostenfrei. Räumlichkeiten, die Reisekosten für die Sprecher, das Catering, die After-ICE-Party und alles andere wurde durch Sponsoren finanziert. Im Gegenzug wurden die Teilnehmer gebeten, für Strahlemännchen zu spenden. Dieser gemeinnützige Verein kümmert sich um krebskranke Kinder und ihre Familien. Kindern werden Herzenswünsche erfüllt, um ihnen die letzte Zeit ihres Lebens etwas zu verschönen und die Familien werden unterstützt, um akute Notsituationen zu vermeiden, die durch die Krankheit des Kindes entstehen können. Ich finde, dies ist eine gute Idee und bitte Sie, sich auf www.strahlemaennchen.de über diesen Verein zu informieren. Sicherlich wäre es auch eine gute Idee, wenn Sie die Tätigkeit dieses Vereins durch eine Spende unterstützen würden. Die Spenden sind von der Steuer absetzbar.

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