Microsoft meldet Multitouch-Stylus zum Patent an

Beim Surfen bin ich auf computerworld.ch auf den folgenden Text gestoßen: „Der klassische Stylus, ein Eingabegerät für Touchscreen-Geräte mit dem unter anderem die Handschrift des Nutzers erkannt wird, hatte bislang nicht viel zu bieten als reines Plastik und Berührungssensoren. Das könnte sich mit einer neuen Patent-Anmeldung von Microsoft ändern.“ Nichts gegen Retro-Meldungen, aber das war Mitte der 1990er Jahre der aktuelle Stand, als die ersten PDAs auf den Markt kamen. Auch dass im nächsten Absatz erwähnt wurde, dass mit Hilfe des Stiftes die Strichbreite bestimmt werden kann, hat mich nicht wirklich vom Hocker gehauen. Das konnte bereits mein erster Tablet PC mit Windows XP. Da Computerworld aber im Allgemeinen sehr gut informiert ist und seine Veröffentlichungen im Allgemeinen gut recherchiert, konnte ich mir nur schwer vorstellen, dass eine so alte News ihren Weg auf diese Website gefunden hat. Jedenfalls war meine Neugier geweckt.

Eine weitere meist zuverlässige Quelle ist winfuture.de. Auch die Kollegen hatten bereits über das Patent geschrieben. Auch hier stieß ich bei der Beschreibung der Funktionalitäten auf alte Bekannte: so wurde als mögliche Funktionalität die Möglichkeit genannt, den Stylus durch Umdrehen als Radiergummi zu verwenden. Noch so eine olle Kamelle, die wir bereits seit einem Jahrzehnt kennen. Aber immerhin stand dort auch die Patentnummer, so dass ich hier weiter kam.


In den letzten zehn Jahren hat sich der Stylus nicht wirklich weiterentwickelt. Immer handelte es sich um graue Stifte, auf die der Tablet PC reagierte, wenn die Spitze dem Bildschirm auf weniger als einen Zentimeter näherte. Ein einzelner Tipp auf den Bildschirm simulierte einen einfachen Klick mit der linken Maustaste, zwei Tipps hintereinander simulierten einen Doppelklick und mit Hilfe einer Taste am Stylus ließ sich ein Rechtsklick simulieren. Das hintere Ende des Stylus diente als Radiergummi. Wenn die Anwendung dies unterstützte, konnte die Strichbreite durch unterschiedlich starken Druck variiert werden.

Im Vergleich dazu hat sich in dem Patent doch eine Menge getan. Ich gehe jetzt einmal davon aus, dass die bisherigen Funktionalitäten weiterhin unverändert vorhanden sein werden. Zusätzlich ist der patentierte Stylus mit vielen weiteren Features ausgestattet.

Zunächst einmal ist der ePen mit einem eigenen kleinen Prozessor ausgestattet. Außerdem enthält er eine Reihe von Sensoren, unter anderem einen Kompass, einen Gyro- und einen Beschleunigungssensor. Außerdem ist er multitouchfähig und kann daher ermitteln, in welcher Weise er in der Hand gehalten wird und der Rechner kann aufgrund dieser Informationen anhand der Haltesituation zwischen unterschiedlichen Reaktionsmöglichkeiten unterscheiden. Wird er beispielsweise am hinteren Ende gehalten und gedreht, kann er als Zirkel dienen, wird er in der Faust gehalten, kann er als Schläger in einem Spiel genutzt werden… Auf diese Weise wird aus einem einfachen Stylus ein multifunktionelles Eingabegerät, das je nach Einsatzszenario unterschiedliche Aufgaben erledigen kann.

Ob und wann der ePen produziert wird und auf den Markt kommt ist nicht bekannt.

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