Surface in der Presse

Die Vorstellung von Surface hat für ein kräftiges Rauschen im Blätterwald gesorgt. Praktisch alle großen Zeitungen und viele Blogs widmen sich diesem Thema. Aus diesem Grund habe ich hier eine kleine Presseschau zusammengestellt.

Die Welt Kompakt vergleicht nicht nur Microsofts neue Strategie, auch eigene Rechner zu bauen, sondern auch Steve Ballmers Auftritt in Los Angeles mit Apples Launch des iPad. Insbesondere lobt das Blatt die Hardwareausstattung von Surface: „Surface bietet auf den ersten Blick das Potential, sich von der breiten Tablet-Masse abzusetzen: Das leistungsstärkere der beiden Tablets bringt einen hochauflösenden 11-Zoll-Bildschirm mit 1080 Bildzeilen, die gleichen Anschlüsse wie ein Notebook, und kann sowohl mit der Hand bedient werden, als auch mit einem ausklappbaren Ständer aufgestellt werden … Das Herz des Geräts bildet Intels neueste Prozessorgeneration Ivy Bridge, damit dürfte  Surface erheblich mehr Rechenleistung haben als die Tablet-Konkurren (sic!) – aber auch teurer sein und relativ viel Akkustrom verbrauchen.“

Die Financial Times Deutschland widmet Surface gleich eine volle Seite und zitiert dabei mehrere Analysten, die sich zu den Erfolgsaussichten von Surface äußern. IDC-Analyst Wafa Moussavi-Amin meint: „Langfristig wird Microsoft vom Betriebssystem und seinen Inhalten leben“, Michael Gartenberg aus dem Hause Gartner geht noch weiter: „Das ist, als wäre die Hölle zugefroren. Das ist der totale Gegensatz zu ihrem Kerngeschäft … Bislang wissen wir nur, dass Office und der Videostreamingdienst Netflix darauf laufen.“ Des Weiteren befasst sich das Blatt mit den Reaktionen der Hardwarehersteller auf Microsofts Surface-Pläne: „Die meisten großen Hardwarekonzerne wollten sich am Dienstag nicht offiziell zu Microsofts Vorstoß äußern … So manche deutsche Landesgesellschaft der US-Konzerne wurde gar von der Ankündigung überrascht. Für Anbieter wie Acer, Asus, Lenovo, Dell oder HP ist Microsofts Tablet ein Affront. Der Konzern zieht damit ihre Fähigkeit in Zweifel, zum Start von Windows 8 Erfolgsprodukte im Tablet-Markt an den Start zu bringen.“ Tim Coulling, Analyst beim Marktforscher Canalys, betont: „Es ist eine Demonstration für ihre Partner, wie es gemacht werden sollte.“ Zusammenfassend stellt die FTD fest, dass die Hardwarepartner keine wirkliche Alternative haben: „Android-Tablets verkaufen sich nur schleppend; Dell und HP haben ihre Strategie sogar voll auf Windows 8 ausgerichtet und Tablets mit anderen Betriebssystemen eingestellt.“

Die Süddeutsche Zeitung hebt zunächst Microsofts geheimnisvolle Vorbereitung der Pressekonferenz hervor: „Eine kryptische Einladung hatte das Unternehmen an handverlesene Blogger und Journalisten verschickt – und so seit Tagen Spekulationen über einen Tablet-Computer aus dem Hause Microsoft angeheizt.“ Na also, Microsoft kann nicht nur Software herstellen, sondern auch Marketing machen. Aber auch die Süddeutsche kann sich einen Vergleich mit Apple nicht verkneifen: „Damit macht sich Ballmer eine Philosophie zu eigen, die für immer mit dem Namen Jobs verbunden ist: Die Einheit von Software und Hardware, die Überzeugung, dass Computer so präzise auf ihr Betriebssystem abgestimmt werden müssen, dass beides von ein und demselben Anbieter kommen muss. Zur Definition, was Surface ist, zitiert die Süddeutsche Ballmer: „Surface ist ein PC. Surface ist ein Tablet. Und Surface ist etwas ganz Neues.“ Der Autor hebt aber auch hervor: „Trotz des Strategiewechsels: Ganz will sich Microsoft nicht von seinem alten Geschäftsmodell verabschieden. Auch künftig will der Konzern mit Geräteherstellern wie Acer, Dell, Lenovo und Samsung zusammenarbeiten, nicht jedes Windows-Tablet soll aus der eigenen Produktion stammen.“

Auch die taz äußerte sich zu Surface. Während in der Printausgabe nur eine 17 Zeilen lange Kurzmeldung erschien, berichtet das Blatt auf seiner Website etwas ausführlicher. An dieser Stelle sei mir ein persönlicher Kommentar gestattet. In der Regel ist die taz der Meinung, dass die Produkte aus dem Hause Microsoft wahlweise vom Teufel oder vom Beelzebub stammen oder schonmal aus Prinzip das Schlechte an sich sind. Die Berichterstattung zu Surface hebt sich von dieser Regel wohltuend ab. Begeisterung ist zwar nicht zu erkennen, aber zumindest sie in einem neutralen und sachlichen Ton gehalten: „Bewerten lässt sich die Bedeutung von Surface derzeit nur schemenhaft. Das liegt vor allem daran, dass Microsoft zwar diverse Hardware-Details zu seinem neuen „Surface“-Tablet genannt hat, aber weder Erscheinungsdatum (wichtig) noch Preise (wichtiger). „Wettbewerbsfähig“ werde man sein, sagten die anwesenden Manager unter Führung von Firmenboss Steve Ballmer nur.“

Der in Österreich erscheinende Standard weist darauf hin, dass Surface nicht nur Begeisterung hervorgerufen habe: „Experten zeigten sich nach der Präsentation zwar uneins über die Erfolgsaussichten für Microsofts Tablet-Ansatz. Doch die Details kamen gut an.“ Außerdem macht sich das Blatt Gedanken über Microsofts Verhältnis zu seinen Hardwarepartnern: „Dass Microsoft mit den Surface-Tablets nun ausgerechnet seinen wichtigsten Partnern – den PC-Herstellern – direkte Konkurrenz macht, halten viele Analysten für bedenklich. Konzerne wie Asus planen längst eigene Windows-Tablets.“

Das ebenfalls in Österreich erscheinende Blatt Heute weist in seinem Fazit auf die Konkurrenzsituation zu Apples iPad hin: „ Vor allem die genial einfache Bedienung und Verspieltheit des iPad-Betriebssystems dürfte für Microsoft die größte Herausforderung bedeuten.“

Die ebenfalls im Nachbarland erscheinende Zeitung Österreich bezeichnet Surface sogar  den neuen iPad-Killer. Dieser Artikel gehört zu den  wenigen, die auch die Verwendung von Windows 8 als Betriebssystem für Surface in den Mittelpunkt stellen. Außerdem erwähnt das Blatt auch, dass Microsoft in der Vergangenheit mit seiner Hardware nicht sonderlich erfolgreich war: „Microsoft schaffte im Hardwarebereich bisher nur mit der Spielkonsole Xbox einen Hit, scheiterte jedoch mit dem Zune als Antwort auf Apples iPod kläglich.“ Außerdem erwähnt der Artikel einen Seitenhieb, den Steve Ballmer während seiner Präsentation Apple verpasste: „Das iPad, das zwei Drittel de Tablet-Marktes hält, machte Ballmer als reines Surf-, Lese- und Guck-Gerät herunter. Technisch braucht sich der Surface jedenfalls nicht zu verstecken…“

Eine andere Zielrichtung vermutet der Kurier aus Wien und titelt „Microsoft begräbt das Notebook“. Im Artikel wird auch auf die Unterschiede in den Zielgruppen eingegangen, die Apple auf der einen und Microsoft auf der anderen Seite ansprechen: „Microsoft legt sich jedoch nicht direkt mit dem iPad, das laut den Analysten von IDC 6,3 Prozent des Marktes beherrscht, an. Während bei Apple Musik, Filme und Spiele im Vordergrund stehen, ist Microsofts neue Geräte-Gattung auch als Arbeitsgerät positioniert.“

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