Windows 8 ermöglicht Anmeldung mittels Picture Password

Bislang habe ich noch nichts über die kommende Windows-Version geschrieben, da in der Developer Preview noch ziemlich unklar ist, welche Features schließlich im fertigen Produkt vorhanden sein werden. Ich wollte mich einfach nicht an den Spekulationen und den häufigen Vorverurteilungen beteiligen, die in vielen Foren bereits jetzt die Wogen hochschlagen lassen. Besonders die Einführung des Metro-Designs auf dem Desktop sorgt für heftige Diskussionen. Bitte Leute, wartet mit euren Urteilen doch, bis klar ist, was Microsoft aus den Kacheln macht und welche Funktionalitäten letztendlich hinter diesen Designelementen stecken wird. Die Kacheln in der Developer Preview dienen wohl der Prüfung der Schnittstellen von Windows 8 und werden es vermutlich nicht ins fertige Produkt schaffen. Ich meine, dass das Metro-Design durchaus das Zeug hat, Windows 8 zum Renner zu machen, wenn Microsoft es schafft, die Kacheln mit sinnvollen Funktionalitäten zu hinterlegen, die den Anwender unterstützen und ihm helfen, Zeit zu sparen, indem sie ihm Routinearbeiten abnehmen. Gelingt Microsoft das nicht, kann das gleiche Metro-Design Windows 8 aber auch zum Flop werden lassen. Warten wir ab, was die Public Beta bringt, die wir für Ende Januar erwarten können.

Nachdem Microsoft in der letzten Zeit begonnen hat, einzelne Funktionalitäten in seinem Blog „Building Windows 8“ einzelne Funktionalitäten von Windows 8 vorzustellen, können wir wohl mit Fug und Recht davon ausgehen, dass diese Features mit großer Wahrscheinlichkeit auch im endgültigen Produkt vorhanden sein werden. Aus diesem Grund habe ich mich entschlossen, jetzt damit zu beginnen, diese Funktionalitäten vorzustellen, die besonders auf dem Tablet PC hilfreich sind.

Eine Aufgabe, die auf dem Tablet PC immer etwas mühsam zu erledigen war, ist das Einloggen in Windows. Es ist nun einmal mit dem Stift oder dem Finger auf der Bildschirmtastatur nicht so einfach wie auf einer echten Tastatur, ein komplexes Passwort einzugeben. Deshalb hat Microsoft bereits für Windows XP und Windows Vista Origami veröffentlicht. Diese Software, die ich in diesem Blog bereits berschrieben habe, ermöglicht ein Login, indem vorgegebene Bilder in einer bestimmten Reihenfolge angeklickt wurden. Diese Methode ist allerdings nicht gar so sicher, weshalb Microsoft die Funktionalität in Windows 8 gründlich überarbeitet und erweitert hat.

In Untersuchungen hat Microsoft festgestellt, dass die Eingabe eines komplexen Passworts mit einer sicheren Länge, das Ziffern, Sonderzeichen sowie mit Groß- und Kleinschreibung enthält, auf einer Bildschirmtastatur bis zu 30 Sekunden in Anspruch nehmen kann. Wir können davon ausgehen, dass Tablet PCs sowie andere Geräte mit Touchoberfläche und/oder Stiftbedienung in der Zukunft weitere Verbreitung finden werden. Daher hat Microsoft nun das „Picture Password“ entwickelt. Ein deutscher Name ist bislang noch nicht gefunden worden.

Um Picture Password, das in der aktuellen Developer Preview bereits vorhanden ist, nutzen zu können, müssen Sie zunächst in Ihrer Bilder-Bibliothek ein eigenes Bild ablegen. Die von Microsoft mitgelieferten Beispielbilder können Sie nicht verwenden, da Microsoft der Meinung ist, dass Sie sich besser an Ihr Passwort erinnern, wenn Sie ein eigenes Bild verwenden. Außerdem steht zu vermuten, dass viele Anwender die gleichen Gesten verwenden, wenn sie alle mit den gleichen mitgelieferten Bildern arbeiten. Sie können als Anwender also entscheiden, welches individuelle Bild Sie verwenden wollen und welche Teile des Bildes für das Passwort entscheidend sein sollen. Außerdem freuen sich viele Anwender, wenn sie ihren Rechner etwas individualisieren können. Für diesen Artikel verwende ich Bilder, die Microsoft in seinem Blog veröffentlicht hat.

Das könnte ein ganz normales Foto von der letzten Familien- oder Firmenfeier sein. Auf diesem Bild können Sie nun Ihre Gesten festlegen. Dabei stehen Ihnen drei Gestenarten zur Verfügung: Tipp, Kreis und Linie. Ob die Gestenarten diese Namen bekommen werden ist selbstverständlich derzeit noch unsicher. Ich habe hier einfach die englischen Begriffe tap, circle und line übersetzt. Die folgende Abbildung zeigt diese drei Gestenarten (beim Login werden die Gesten selbstverständlich nicht angezeigt, sondern sie wurden von Microsoft in das Bild gezeichnet).

Um die Gesten erfolgreich als Passwort auszuwerten müssen die folgenden Kriterien erfüllt sein:

  1. Die Reihenfolge der Gesten muss stimmen.
  2. Die Gesten müssen an der richtigen Stelle ausgeführt werden.
  3. Die Gesten Kreis und Linie müssen in der richtigen Richtung ausgeführt werden. Wird beispielsweise die Linie, die zwei Punkte verbindet, in der falschen Richtung gezogen, wird die Geste nicht mehr als richtig erkannt.

Die Gesten sollen auch mit der Maus ausführbar sein. Das habe ich nun nicht ausprobiert; ich kann mir  aber vorstellen, dass besonders der Kreis mit der Maus eventuell schwierig zu ziehen ist. Nach fünf fehlerhaften Versuchen in Folge wird das Picture Password deaktiviert und das Login muss über die traditionelle Bildschirmtastatur durchgeführt werden. Sollten Unternehmen Bedenken bezüglich der Sicherheit des Picture Passwords haben, können die Administratoren dieses Feature per Gruppenrichtlinie deaktivieren.

Weitere Informationen zum Picture Password und dessen Funktionsweise finden Sie im MSDN-Blog.

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