Archive for April, 2010
Microsoft legt Courier-Pläne auf Eis

Im letzten Herbst hatte Microsoft Bilder von Courier veröffentlicht, einem Dual-Screen- Tablet PC, den das Unternehmen auf den Markt bringen wollte. Wie Frank Shaw in seinem Blog heute schrieb, werde der Courier nicht auf den Markt gebracht, zumindest nicht in seiner heutigen Form. Shaw fährt fort: “Wir prüfen, wie die Technologie in künftigen Microsoft-Angeboten genutzt werden kann” (Quelle: FTD).

Mit dem Tablet PC jetzt schon Anwendungen für Windows Phone 7 entwickeln

Microsoft hat eine erste CTP von Visual Studio 2010 Express for Windows Phone zum Download bereitgestellt. Im Moment steht die CTP nur in englischer Sprache zur Verfügung. Außerdem werden sich bis zum engültigen Release noch erhebliche Veränderungen ergeben, weshalb Microsoft empfiehlt, diese CTP auf einem separaten Rechner zu installieren. Mit dieser CTP ist es bereits jetzt möglich, Anwendungen für Windows Phone 7 zu erstellen und sich mit den neuen Bedingungen der Programmierung für das kommende Betriebssystem für Mobiltelefone vertraut zu machen, auch wenn noch keine Mobiltelefone verfügbar sind, auf denen die erstellten Anwendungen ausführen lassen.

Trotzdem ist es möglich, die entwickelten Anwendungen zu testen. Visual Studio 2010 Express for Windows Phone enthält einen Emulator, auf dem sich die Anwendung wie auf einem Mobiltelefon anzeigen und nutzen lässt. Wird die CTP auf einem multitouchfähigen Tablet PC installiert, lassen sich auch die Multitouchfähigkeiten von Windows Phone 7 nutzen, da die Multitouchfähigkeit des Hostrechners an den Emulator weitergegeben wird.

Allerdings müssen sich sowohl Anwender als auch Entwickler auf etliche Änderungen einstellen. Einige dieser Änderungen sind vorbehaltlos zu begrüßen, während andere doch erhebliche Zweifel aufwerfen. Hier in zufälliger Reihenfolge einige der Änderungen:

  • Windows Phone 7 unterstützt kein Multitasking mehr. Damit wird es vermutlich nicht mehr möglich sein, unterwegs Musik zu hören, während man gleichzeitig seine E-Mails bearbeitet. Während die nächste Generation des iPhones auch Mulitasking beherrscht, geht Microsoft hier leider den umgekehrten Weg. Der Sinn dieser Änderung erschließt sich mir bislang noch nicht. Die geringfügig längere Lebensdauer des Akkus gleicht den Komfortverlust meiner Meinung nach nicht aus.
  • Es wird erheblich weniger Farbe geben. Der Desktop von Windows Phone 7 ist weiße Schrift auf schwarzem Grund. Weniger bunte Farben einzusetzen macht die Oberfläche sicher besser bedienbar, aber die Farbwahl ist zumindest gewöhnungsbedürftig. Wie sinnvoll sie ist, wird erst der Einsatz in der Praxis zeigen. Auf den allerersten Blick erinnert die Farbwahl an die guten alten Zeiten und DOS und dem Norton Commander mit seiner Blöckchengrafik (na gut, diese Bemerkung ist etwas polemisch).
  • Die Kompaktversion des SQL Servers wird zumindest in der ersten Version unter Windows Phone 7 nicht laufen. Frank Prengel zeigte sich auf der Extopia kompakt aber zuversichtlich, dass nach kurzer Zeit findige Entwickler andere Lösungen für das Speichern strukturierter Daten anbieten werden. Vielleicht C-ISAM für Windows Phone?
  • Es wird nicht mehr möglich sein, “einfach so” Anwendungen zu entwickeln und anschließend zu vertreiben. Alle Anwendungen für Windows Phone 7 müssen ein Zertifikat von Microsoft erhalten und dürfen nur über den Marketplace von Microsoft vertrieben werden. Microsoft hat auch angekündigt, dass die Anwendungen vor der Veröffentlichung durch Microsoft überprüft werden. Ich hoffe nur, dass sich die Überprüfung der Anwendungen nicht auf die Einhaltung formaler Kriterien beschränkt, sondern sich auch auf die Nutzbarkeit der Anwendung erstreckt. Ich habe selbst eine Anwendung für Windows 6.5 vom Marketplace heruntergeladen, die so chaotisch geschrieben wurde, dass mir die Lust auf weitere Käufe auf dieser Plattform derzeit vergangen ist. Außerdem wäre es sicher interessant zu erfahren, welchen Anteil am Verkaufspreis Microsoft verlangt. Hoffentlich ist der Anteil geringer als bei Apple, wo für die Entwickler kaum etwas übrigbleibt.
  • Inhouse-Entwicklungen müssen nicht über den Marketplace installiert werden, sondern für Anwendungen für den eigenen Gebrauch können separate Zertifikate erworben werden. Nähere Informationen sind aber bei Microsoft derzeit noch nicht erhältlich.
  • Bislang konnten die Hersteller von Mobiltelefonen die Startseite weitgehend selbst gestalten und ihren Geräten damit ein einmaliges Aussehen geben. Dies wird unter Windows Phone 7 nur noch eingeschränkt möglich sein. Die obere Hälfte des Startbildschirms wird von Microsoft festgelegt und kann nicht verändert werden. Diese Änderung ist verständlich, da Microsoft möchte, dass die Mobiltelefone sofort als Windows-Handy erkannt werden.
  • Außerdem orientiert sich die Gestaltung der Benutzeroberfläche mehr als früher an den Piktogrammen, die uns auch sonst überall im täglichen Leben begegnen. Während ich andere Neuerungen an der Oberfläche von Windows Phone als eher gewöhnungsbedürftig empfinde, kann ich mir hier schon vorstellen, dass sie die Telefone intuitiver bedienbar macht. Die Oberfläche imitiert jetzt nicht mehr den Desktop des PCs, sondern orientiert sich stärker an den Anforderungen an Mobiltelefone.
  • Schade finde ich, dass Windows Phone 7 keine Eingabe mit dem Stift mehr unterstützt. Bereits jetzt akzeptieren einige Telefone mit Windows 6.5 mobile keine Stifteingaben. Ein Beispiel dafür ist das HTC HD2. Vielleicht liegt es ja an meinen Wurstfingern, aber in einigen Fällen liegen die Elemente so dicht beieinander, dass die Bedienung zum Glücksspiel wird. Ein Beispiel dafür ist die Aufgabenliste von Outlook Mobile. In diesen Fällen würde ich mir schon die Stifteingabe zurückwünschen.
  • Dass Entwickler keinen programmgesteuerten Zugriff auf die Hardware mehr haben werden ist für sich gesehen kein Nachteil und dient der Sicherheit.
Microsoft Multi Touch Pack steht zum Download bereit

Lange war das Multi Touch Pack nur für OEMs verfügbar, seit gestern steht es auch zum Download bereit. Es enthält verschiedene Beispielanwendungen, die die Verwendung der Multitouch-Fähigkeiten von Windows 7 demonstrieren. Eine kurze Beschreibung finden Sie auf http://www.drwindows.de/windows-news/22112-windows-7-touch-pack-fuer-alle-erhaeltlich.html.

Da die im Multi Touch Pack enthaltenen Programme lassen sich nur auf einem Rechner sinnvoll verwenden, der Multitouch unterstützt. Die Multitouch-Unterstützung wird auch bei der Installation geprüft. Unterstützt der Rechner kein Multitouch, bricht die Installation ab.

Samsung arbeitet an einem Tablet PC für private Anwender

Samsung nimmt einen weiteren Anlauf, einen Rechner mit vollem Funktionsumfang im Tablet PC-Design zu produzieren. Er soll mit Apples iPad konkurrieren, Samsung verspricht aber, dass er deutlich mehr Features bieten wird. Philip Newton, Chef der IT-Division von Samsung Australien, führte in einem Interview aus, dass sein Unternehmen das Design des iPad mag, dass er aber der Meinung sei, dass das Gerät durch den ARM-Prozessor sowie die fehlenden Eingabe- und Ausgabeschnittstellen seine Designvorteile verspielt.

Es handelt sich nicht um das erste Gerät im Tablet-Design, das Samsung produziert. Bereits während Microsofts UMPC-Initiative  hatte Samsung ein Gerät veröffentlicht, das sich aber nicht sehr gut verkaufte. Daher richtet Samsung mit dem neuen Gerät seinen Fokus auf den privaten Endanwender. Es soll in der zweiten Jahreshälfte erscheinen. Über die geplante Preisgestaltung sind noch keine Informationen bekannt.

Windows 7 Super-GAU: alle Installationen laufen am 1. Juni ab!

Dr. Windows hat heute die folgende Meldung veröffentlicht:

Schock für Millionen Anwender weltweit:
Das allseits beliebte und gefeierte Windows 7 quittiert am 1. Juni 2010 seinen Dienst – denn es wurde vergessen, das Ablaufdatum des Release Candidate aus der finalen Version zu entfernen.
Zur Erinnerung: Die Vorabversion war als kostenloser Download verteilt worden. Seit 1. März fahren Systeme, auf denen der RC installiert ist, alle zwei Stunden herunter, ab 1. Juni läuft dann gar nichts mehr.
Das zyklische Herunterfahren wurde aus der finalen Version entfernt, aber das endgültige Ablaufdatum wurde schlicht übersehen.
Eine Schlamperei, die Microsoft Millionen kosten dürfte – vom Prestigeverlust ganz zu schweigen.
Das besonders Fatale an dieser katastrophalen Panne: Das Problem ist nicht mit einem Patch zu lösen, denn zum Schutz vor Crackern, welche das Ablaufdatum des RC aushebeln könnten, wurde dieses hart in den Kernel hineinkompiliert.
Microsoft muss also komplett neue Installationsmedien erstellen, und restlos alle Windows 7 Systeme weltweit müssen neu aufgesetzt werden.
Wegen der notwendigen Kernel-Anpassung werden auch alle Seriennummern von Windows 7 ungültig werden.
Wie diese an die Kunden verteilt werden sollen und wie Microsoft überprüfen möchte, welche Kunden zum Erhalt eines neuen Produktkeys berechtigt sind, ist im Augenblick völlig offen.
Wir informieren Sie, sobald es Neuigkeiten gibt.

In der Zwischenzeit hat sich die Pressestelle von Microsoft mit einer Pressemitteilung gemeldet und das Problem noch weiter erläutert. Der Fehler tritt nicht in allen Windows-Distributionen auf, sondern lediglich in den westeuropäischen Sprachen. Die Beseitigung dieser für Microsoft peinlichen Panne wird allerdings mehr Zeit als zunächst angenommen in Anspruch nehmen und wird bis Ende Mai nicht abgeschlossen sein. Microsoft wird daher allen registrierten Nutzern von Windows 7 ein Upgrade auf die japanische Version von Windows 7 zur Verfügung stellen.