Ein Besuch im digitalen Klassenzimmer

Microsoft stellt auf der CeBIT ein digitales Klassenzimmer vor. In diesem Klassenzimmer können die Schüler rechnergestützt unterrichtet werden. Eigentlich ist der Zugang zu diesem Klassenzimmer nur Lehrern in Begleitung ihrer angemeldeten Klasse gestattet oder man muss schon Angela Merkel heißen. Obwohl ich beide Zugangsvoraussetzungen nicht erfülle, hatte ich heute trotzdem einmal die Möglichkeit, mir die Ausstattung des Klassenzimmers aus der Nähe anzusehen, nicht nur durch eine Glasscheibe und ich konnte auch einige Fragen stellen.

Microsoft hat einen Raum aufgebaut, in dem in jeder Stunde eine andere Klasse unterrichtet wird. Die jüngsten Schüler besuchen die dritte Klasse, die ältesten befinden sich gerade im Prozess der Berufsfindung. Entsprechend der Altersstruktur werden den Schülern unterschiedliche Inhalte vermittelt. Die Themenbereiche reichen von Datensicherheit im Netz über Astronomie bis hin zur Klärung der Frage, wie viel IT in den unterschiedlichen Berufen steckt. Die Schüler sind sehr konzentriert und mit Begeisterung bei der Sache, was aber wohl auch daran liegt, dass die Lernmethoden neu und daher spannend sind.

Das Klassenzimmer besteht aus zwei Bereichen – einem Bereich, in dem die Schüler an einem Tisch sitzen und jeweils ein Netbook vor sich haben, auf dem die Programme, mit deren Hilfe sie lernen, installiert sind. Das ist so weit noch nicht allzu spannend und dürfte in etwa der Ausstattung in Schulen entsprechen, die das Glück haben, über ein IT-Bugdet zu verfügen. Interessanter ist die „Tafel“. Sie besteht aus einem Whiteboard, das gleichzeitig ein Monitor ist. Die Oberfläche ist mit Teflon überzogen, so dass sie nicht nur als berührungsempfindlicher Monitor verwendet sondern auch mit beliebigen Stiften beschrieben werden und wieder gereinigt werden kann. Vor allem verfügt sie über die Bildschirmtastatur sowie über die Schrifterkennung von Windows 7, so dass handschriftliche Notizen auf dem Whiteboard sowohl als Grafik gespeichert als auch in Text umgewandelt werden können.

Im zweiten Teil des Raumes sind zwei Surface-Tische aufgebaut, so dass auch ein gemeinsames Lernen in Kleingruppen möglich ist. Auch für diese Geräte wurde spezielle Lernsoftware entwickelt, die die Schüler nutzen können. Verständlich, dass die Schüler begeistert von dieser Lernmethode sind, die Surface-Tische sind auch auch für Erwachsene ein echter Eyecatcher.

Microsoft stellt auf diese Weise verschiedene Möglichkeiten vor, wie heute ein IT-unterstütztes Lernen möglich ist. Allerdings stehen einem verbreiteten Einsatz dieser Technologien doch etliche Probleme entgegen. Zunächst einmal fehlt es der öffentlichen Hand verbreitet an den notwendigen finanziellen Mitteln, die derzeit lieber für die Rettung maroder Banken oder für die massenhafte Verbreitung von Beton (Beispiel dafür ist der Um- bzw. Neubau des Stuttgarter Bahnhofs) ausgegeben werden. Außerdem fehlt es noch an der erforderlichen Software, für deren Planung die althergebrachten Lehrmethoden über den Haufen geschmissen werden müssen. Letztendlich stellt sich noch die Frage, ob die Lehrer in der Lage sind, sich an die neuen und flexibleren Lernmethoden einzulassen. Allgemein gelten die Lehrer ja doch eher als unflexibel, aber vielleicht hat die öffentliche Wahrnehmung wie so häufig nicht viel mit der Realität zu tun.

Leider kann ich im Moment noch keine Bilder liefern, da ich leider eine Kamera ohne Mini-USB-Anschluss mithabe und daher die Bilder nicht auf den Rechner bekomme. Ich werde die Bilder aber nachliefern und dann ggf. auch diesen Artikel noch ergänzen. Es lohnt sich also, noch einmal hier reinzusehen.

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