Gigabytes Nettablet M912 ist da!

Nun ist es gerade ein Jahr her, dass das Netbook auf den Markt kam. Zunächst als Nischenprodukt belächelt entwickelten sie sich schnell zum heimlichen Sieger des Jahres 2008. Auch wenn selbst Intel-Chef Paul Otellini den Atom-Prozessor, auf dem die Netbook-Reihe basiert, mit der Aussage abwertet, diese Geräte seien „für ernsthafte Applikationen ungeeignet“ und aussagt: „Es geht hier um etwas, das keiner von uns nutzen würde“, sehen die Käufer das weltweit anders, so dass Intel mit der Lieferung der Prozessoren nicht nachkommt.

Nun ist mit Gigabyte der dritte taiwanesische Hersteller angetreten, die Welt mit einem Netbook zu erobern. Im Gegensatz zu Asus und MSI will die Company aber kein abgespecktes Notebook auf den Markt bringen, sondern einen Tablet PC, bei dem sich der Touchscreen um 180 ° drehen, über die Tastatur klappen und anschließend mit dem Stift bedienen lässt.

Ansonsten ist das Gerät nicht wirklich spektakulär ausgestattet. Selbstverständlich sind die üblichen Schnittstellen vorhanden. Der ansonsten recht gute Touchscreen (lt. verschiedener Tests, die im Internet veröffentlicht wurden) spiegelt leider sehr stark, was den ansonsten guten Eindruck des Displays doch empfindlich stört. Unverständlich ist mir allerdings, weshalb Gigabyte am Stift gespart hat. Der Stift des M912 macht eher den Eindruck, als käme er aus einem PDA. Ein Stift, der etwas angenehmer in der Hand liegt, kostet doch auch nur wenige Cent mehr, die doch wohl drin liegen müssten. Angenehm ist aber, dass das Gerät standardmäßig mit Windows Vista ausgeliefert wird. Besonders bei einem Gerät, das so mobil ist wie ein Tablet PC (oder hier eher ein UMPC) sollte man eigentlich nicht auf die zusätzlichen Sicherheitsmechanismen von Vista verzichten.

Hat die Welt auf das M912 gewartet?

Wer schon einmal mit einem Eee PC gearbeitet hat (der gleichgroß ist), dem ist klar, dass die Tastatur zu klein ist, um auf ihr längere Texte zu schreiben. Da bietet es sich eigentlich an, dem Gerät Tablet PC-Funktionalitäten zu geben, um auf diese Weise die Bedienung zu vereinfachen. Zumindest für einfache Arbeiten, beispielsweise für Textverarbeitung, ist auch der Prozessor stark genug. Ob das Gerät auch anspruchsvollere Arbeiten flüssig erledigen kann, beispielsweise Datenbankanwendungen oder eine Inventuranwendung mit angeschlossenem Barcodescanner, müsste man einmal testen.

Etwas enttäuschend ist die Akkuleistung. Golem.de hat einen Test gefahren, bei dem der Akku nach nur 102 Minuten leer war. „Richtige“ Tablet PCs halten da doch deutlich länger durch, mein Fujitsu-Siemens immerhin durchschnittlich 3,5 Stunden.

Auch das Gewicht von satten 1,3 kg ist für ein so kleines Gerät einfach zu viel. Doppelt so große Geräte wiegen auch nur etwa 200 bis 300 g mehr.

Der Gigabyte M912 wird je nach Ausstattung innerhalb einer Preisspanne von 460 bis 560 Euro verkauft. Ob er diesen Preis wert ist, muss jeder für scih entscheiden.

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