Archive for April, 2008
Eine kurze Geschichte des Tablet PC – der GRiDPad (1989)

Der GRIDPad

DAS INTERNET LÜGT!!! Wie ich jetzt darauf komme? Ganz einfach. Ich habe mir verschiedene Quellen angesehen, die recht unterschiedliche Erscheinungsdaten für den GRiDPad angeben. Von 1989 bis 1992 waren alle Jahre vertreten. Ich habe mich entschieden, als Jahresangabe 1989 zu verwenden, nicht nur, weil es das früheste Jahr ist, sondern auch, weil ich diese Angabe im Buch Building Tablet PC Applications von Rob Jarrett und Philip Su, erschienen bei Microsoft Press, gefunden habe. Und da ich davon ausgehe, dass Microsoft Press die Angaben in den Büchern überprüft, denke ich mir, dass diese Angabe vermutlich korrekt ist. Außerdem wird diese Jahresangabe auch in einem Artikel des The Economist verwendet, in dem die Leistung des “Vaters” des GRIDPad, Jeff Hawkins, gewürdigt wird.

Zu jener Zeit war das von der Firma GRiD Computing entwickelte Gerät wirklich revolutionär. Nicht nur, weil es der erste mit einem Stift bedienbare Computer war. Zusätzlich war er mit 9″ x 12″ x 1,4″ (etwa 22,9 x 30,5 x 3,5 cm) der zu dieser Zeit flachste tragbare Rechner. Die wahre Revolution war aber, dass er mit knapp 2,5 kg der leichteste mobile Rechner seiner Zeit war.

Der GRiDPad wurde standardmäßig ohne Tastatur ausgeliefert. Es war aber auch damals bereits möglich, eine Tastatur anzuschließen. Er verfügte über einen 10 Zoll-LCD-Bildschirm mit einer CGA-Auflösung von 640 x 400. Als Prozessor kam ein 10 Mhz Intel 80C86 zum Einsatz. Ohne Software kostete der GRIDPad etwa 2.400 Dollar.

Das Betriebssystem war MS DOS 3.3 und Anwendungen für den GRiDPad wurden in GRiDTask geschrieben, einem RAD-Framework, das speziell für dieses Gerät entwickelt wurde. Die Entwicklung von GRiDPad und GRiDTask wurde von Jeff Hawkins geleitet, der im weiteren Verlauf eine immer wichtigere Rolle in der Welt der stiftbasierten IT spielen sollte.

Leider waren die Verkaufszahlen des GRiDPad enttäuschend und er geriet mit der Zeit in Vergessenheit.

Die Tablet PC Hardware Guidelines

Microsoft hat recht genau beschrieben, welche Voraussetzungen erfüllen müssen. Sie sind in erster Linie für Hardwarehersteller gedacht. Manchmal ist es aber hilfreich, diese Guidelines zu kennen, wenn es darum geht, das Verhalten des Tablet PC zu verstehen und Anwendungen für den Tablet PC zu entwerfen. Die Richtlinien stellen einen Kompromiss dar zwischen dem Erreichen einer möglichst guten Experience der Endanwender und einer möglichst großen Flexibilität für Hardwarehersteller.

Bitte beachten Sie: die Richtlinien, die Microsoft aufgestellt hat, sind noch erheblich umfangreicher. Ich habe hier nur die wichtigsten Richtlinien extrahiert. Außerdem ist es möglich, dass sich die Richtlinien ändern. Im Zweifelsfall informieren Sie sich auf der Microsoft-Website über die vollständigen aktuellen Richtlinien.

Anforderungen an den Digitizer:

  • Der Digitizer muss an jeder Stelle des Anzeigebereichs des Displays die X- und Y-Position des Stylus exakt angeben, wenn sich die Spitze des maximal 5 mm über der Schreiboberfläche befindet. Ein physikalischer Kontakt ist für die Feststellung der Position des Stylus nicht erforderlich.
  • Wenn der Digitizer aktiv ist, muss er mindestens 100 x pro Sekunde die Stiftposition melden, sowie die Information, ob der Stylus aufgesetzt ist oder nicht. Ist der Digitizer nicht aktiv, kann diese Rate verringert werden, um Strom zu sparen. Sobald der Stift Kontakt zur Monitoroberfläche erhält, muss die Samplerate von 100 x je Sekunde wieder erreicht werden. Microsoft empfiehlt eine Rate von 133 Meldungen je Sekunde.
  • Die Auflösung des Digitizers muss mindestens fünf mal so hoch sein wie die Auflösung der Anzeige der LCDs, mindestens aber 600 DPI. Obwohl eine niedrigere Digitizerauflösung möglich ist, empfiehlt Microsoft eine Auflösung von 1.000 DPI.
  • Die Cursorposition darf innerhalb der gesamten aktiven Oberfläche maximal drei Millimeter von dem Punkt entfernt sein, an dem der Stylus auf die Oberfläche aufgesetzt wird.

Anforderungen an die Powerstati

  • Aus dem Ruhezustand muss der Tablet PC verlässlich in weniger als fünf Sekunden in einen gebrauchsfähigen Zustand hochfahren. Innerhalb dieser Zeitspanne müssen das Bios und der Rechner initialisiert und laufende Anwendungen in den vor dem Ruhezustand vorhandenen Zustand gebracht werden. Die Zeit wird mit der Software BootVis.exe gemessen, das Microsoft als Download bereitstellt. Als normaler Anwender oder Entwickler werden Sie dieses Programm aber nie benötigen.
  • Mit einer vollständig geladenen Batterie muss der Tablet PC den Ruhezustand mindestens 72 Stunden gehalten werden, ohne dass das Gerät an eine externe Stromversorgung angeschlossen wird.
  • Microsoft empfiehlt dringend ein automatisches Ausschalten aus dem Ruhezustand heraus, wenn der Akku fast entladen ist, um einen Datenverlust zu vermeiden.

Anforderungen an die Anzeigemodi

  • Es muss möglich sein, die Anzeigerichtung des Tablet PCs von Hoch- in Querformat und zurück umzuschalten, ohne dass dafür ein Neustart des Rechners erforderlich ist.

Anforderungen an das Verbinden mit der und das Trennen von der Dockingstation

  • Unterstützt der Tablet PC eine Dockingstation, muss es möglich sein, ihn aus der Dockingstation zu entfernen, ohne dass dafür eine Vorbereitung erforderlich ist und ohne dass dadurch Systemstabilitäten auftreten. Alle Geräte, die in die Dockingstation eingebaut oder die mit ihr verbunden sind, müssen das Entfernen des Tablet PC bemerken und sie müssen korrekt funktionieren, wenn der Tablet PC wieder mit der Dockingstation verbunden wird.

CTRL+ALT+DEL oder entsprechende Funktionalität:

  • Ein Tablet PC, an den keine Tastatur angeschlossen ist, muss über einen Hardwaremechanismus verfügen, der der Tastaturkombination Strg+Alt+Entf entspricht.
Eine kurze Geschichte des Tablet PC – Der Rand Tablet (1956)

Der Tablet PC wie wir ihn heute kennen ist nicht aus dem luftleeren Raum heraus entstanden, sondern er ist das Ergebnis einer langen Reihe von Versuchen, den Umgang mit dem Computer so natürlich wie möglich zu gestalten. Auch wenn diesen Versuchen kein kommerzieller Erfolg beschieden war, bilden sie doch die Grundlage für den heutigen Tablet PC. Viele Versuche, bei denen große Summen verbrannt und in die große Hoffnungen gesetzt wurden, sind heute weitghend vergessen. Trotzdem markieren sie wichtige Meilensteine in der Entwicklung der stiftbasierten Informationstechnologie. Weshalb ich diese alten Geräte beschreibe? Ich meine, dass es immer hilfreich ist, sich auch an die Vergangenheit zu erinnern und die Lektionen der Geschichte zu lernen, damit wir die Entwicklungen einschätzen können, die uns in die Zukunft führen (wollen).

Als absoluten Urahnen des Tablet PC können wir wohl den Rand Tablet betrachten. Selbstverständlich war der Rand Tablet noch nicht mobil, sondern es handelte sich um ein Eingabegerät für stationäre Rechner. Wir können den Rand Tablet als erstes digitales graphisches Gerät betrachten. Für die damalige Zeit war er relativ preiswert. Dabei war er in der Lage, auf einer aktiven Fläche von 10″ x 10 ” (25,4 cm x 25,4 cm) zwischen 10^6 unterschiedlichen Stiftpositionen zu unterscheiden.

Der Rand Tablet wurde von 1956 bis 1963 durch die Fa. Rand Corporation mit Sitz in Santa Monica, Kalifornien, entwickelt und war Teil eines größeren Projekts für die Erforschung der Verbesserung der Kommunikation zwischen Mensch und Maschine. Die Forschungsarbeiten wurden vom amerikanischen Militär im Rahmen des ARPA-Projekts finanziert, aus dem später auch das ARPA Net und darauf aufbauend das Internet entstand.

Leider habe ich keine Fotos des Rand Tablet gefunden, die ich verwenden darf. Daher kann ich Ihnen diesen Urahnen des Tablet PC leider nicht zeigen. Auch über Preise sind heute keine Informationen mehr verfügbar, genau wie über das Entwicklungsteam.

Zum ersten Mal: ein Tablet PC für unter 1000 Euro

HP hat mit dem Pavilion tx2000 zum ersten Mal einen Tablet PC auf den Markt gebracht, der mit EUR 999,00 die Preisgrenze von 1000 Euro durchbricht.

Ausgestattet ist der mit 12,1 Zoll Bildschirmdiagonale recht kleine Tablet PC mit 2048 Megabyte RAM (aufrüstbar bis 4096 MB), einer 250 GB großen SATA Festplatte sowie einem DVD-Brenner und einer Fernbedienung. Als Betriebssystem ist Windows Vista Home Premium installiert. Außerdem wird ein zweiter Akku mitgeliefert. Positv ist, dass das Betriebssytem, die Treiber und die mitgelieferten Programme getrennt voneinander wiederhergestellt werden können, was sowohl den Datenmüll nach einer Neuinstallation als auch das Upgrade zu einer höheren Vista-Edition vereinfacht. Ein kleiner Nachteil ist, dass der tx2000 in Europa ohne Fingerprintleser ausgeliefert wird (in den USA gehört er zur Standardausstattung). Außerdem ist er mit fast zwei Kilogramm relativ schwer.

Erste Anwenderberichte sind durchweg begeistert, lediglich die Wärmeentwicklung des AMD-Prozessors sowie die ungleichmäßige Abführung der Wäre sorgen für etwas Verstimmung.

Mit diesem Gerät nähert sich der Tablet PC an die Preiskategorie der Notebooks an. Wenn diese Entwicklung anhält dürfte dem Siegeszug der Tablet PCs nicht mehr allzu viel im Wege stehen.